Kinderilm

Regie: Maïlys Vallade, Liane-Cho Han

Frankreich, Belgien 2025, 77 Min, deutsche Synchronfassung, FSK 6

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Die kleine Amélie oder Der Charakter des Regens

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OT: Amélie et la métaphysique des tubes

Als die kleine Amélie geboren wird, befindet sie sich in einer Art vegetativen Zustand: Sie schwebt wie in einer Blase, kein Geschrei, keine körperlichen Reaktionen, nur neugierige grüne Augen, die alles aufsaugen. Für die in Japan lebende belgische Familie ist das aber kein Grund zur Sorge, sie sind optimistisch und vergöttern ihre kleine Tochter. Doch an ihrem zweiten Geburtstag bringt ein Erdbeben Amélies Blase zum Platzen und sie wird hineingeworfen in eine Welt, die ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hat.
Erst ein Stück feinster belgischer Schokolade schafft es, die Überreizung ihrer Sinne zu beruhigen und ihre kindliche Neugier auf das Leben zurückkehren zu lassen. Voller Lebensfreude entdeckt Amélie an der Seite von Nishio-san, der Haushälterin ihrer Familie, die Wunder der Natur und die emotionalen Facetten, die sich hinter dem scheinbar idyllischen Familienleben verbergen.

Der Film feierte seine Weltpremiere im Rahmen der Sektion "Special Screenings" der Filmfestspiele von Cannes 2025 und wurde bei der 98. Oscar-Verleihung für den besten Animationsfilm nominiert.

Ein bezaubernder Animationsfilm, der konsequent aus der Perspektive einer außergewöhnlichen Zweieinhalbjährigen geschildert ist. Die Welt um sie herum ist voller Farben, die wie mit dicken Wachsmalstiften auf die Leinwand gemalt sind. Japanische Tradition trifft auf westliche Blickweisen, ohne anmaßende Aneignung. Amélie betrachtet alles mit großen, grünen Augen. Ton und Stil erinnern an japanische Animationskunst wie Hosodas Mirai oder Miyazakis Mein Nachbar Totoro. Amélie findet aber einen ganz eigenen Stil, umgarnt zuerst mit Leichtigkeit und Schönheit, um dann an Ernst und Tiefe zu gewinnen. Ein kleines, beglückendes, berührendes Wunder. – Indiekino Magazin