Event

23.06.
—29.06.

Studio

Kunst im Kino: Experimentalfilm in Polen

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Das dreitägige Film- und Videoprogramm schlägt einen weiten Bogen von den 30er Jahren bis in die 90er Jahre. In Polen entstand über diesen Zeitraum im Kontext der Kunst eine auffällig große Anzahl von Experimenten mit den Medien Film und Video, denen ein Hunger nach andersartigen Narrationen, ungewohnten Formen und kritischen Perspektiven gemeinsam war. Diese Tendenz bildet den Schwerpunkt des diesjährigen Programms von „Kunst im Kino“. Gezeigt werden Arbeiten von Anna Baumgart, Izabella Gustowska, Barbara Konopka, Tadeusz Kowalski, Jalu Kurek, Anna Kutera, Romuald Kutera, Jolanta Marcolla, Irena Nawrot, Franciszka und Stefan Themerson, Ewa Zarzycka, Jerzy Zarzycki.

Eine Veranstaltung im Rahmen von FilmPOLSKA (22.6-29.6.2022), Programm kuratiert von Lawinia Rate.


Programm

23.06. 19:30
Der künstlerische Film. Cinephilie in den Dreißigerjahren

zu Gast: Małgorzata Sady

Zu Beginn der Dreißigerjahre gründete sich in Warschau der Verein „Start – Vereinigung von Liebhaber*innen des künstlerischen Films“. Er wendete sich entschieden gegen kommerzielle Filmproduktionen und setzte seine Hoffnung vielmehr auf ambitionierte, künstlerisch geprägte Filmwerke. Es entstanden Programme mit künstlerischen Filmen, welche in Kinos in ganz Polen gezeigt wurden und dort auf nicht geringes Interesse stießen.

Dzisiaj mamy bal / Tonight We Are Having a Ball
R: Tadeusz Kowalski, Jerzy Zarzycki, PL 1932, 7 min., OmdU

OR – Obliczenia rytmiczne / Rhythmic Calculations
R: Jalu Kurek, PL 1933, 4 min., OmdU

Przygoda człowieka poczciwego / Adventures of a Good Citizen
R: Franciszka & Stefan Themerson, PL 1937, 8 min., OmeU
[© Franciszka & Stefan Themerson & LUX]

The Eye and the Ear
R: Franciszka & Stefan Themerson, UK 1944, 10 min., engl. OF
[© Franciszka & Stefan Themerson & LUX]


28.06. 19:30
Film, Kontext und Konzept. Die Siebziger- und Achtzigerjahre

In den Siebziger- und Achtzigerjahren wurde der Film in Polen als künstlerisches Werkzeug entdeckt. Zelluloid war beispielsweise hochinteressant für die Szene, die sich mit Konzeptkunst beschäftigte. Auf der künstlerischen Landkarte Polens sticht vor allem Wrocław mit seinem speziellen Ansatz der kontextuellen Kunst heraus. Hier wurde das Medium Film intensiv genutzt. Aber nicht nur in Wrocław war die Faszination für den Film groß.

Caprice 2
R: Jolanta Marcolla, PL 1975, 5 min., ohne Text

Czapka / Cap
R: Jolanta Marcolla, PL 1975, 5 min., ohne Text

Reakcja wymuszona / Forced Response
R: Jolanta Marcolla, PL 1976, 4 min., ohne Text

Dialog / Dialogue
R: Anna Kutera, PL 1973, 5 min., OmdU 

A Mirror
R: Romuald Kutera, PL 1974, 2 min., ohne Text (Vorführung in 16 mm)

Tu / Here
R: Romuald Kutera, PL 1975, 7 min., ohne Text (Vorführung in 16 mm)

Przejawy / Indications
R: Ewa Zarzycka, PL 1980, 10 min., OmdU

Żółty film / Yellow Film
R: Irena Nawrot, PL 1985, 4 min., ohne Text

Pusty kieliszek / Empty Glass
R: Irena Nawrot, PL 1987, 4 min., ohne Text


29.06. 19:00
Neue (Video-)Visionen. Die Achtziger- und Neunzigerjahre
zu Gast: Barbara Konopka mit einer Musikperformance

Die Ausbreitung der Video-Technologie bewegte viel in der Welt der Kunst. Das gilt nicht nur für ästhetische Aspekte, auch technisch eröffnete sie völlig neue Möglichkeiten. Die Film-Montage benötigte einen Schneidetisch, Videos konnten am Computer geschnitten werden. Das Video veränderte einerseits die Wahrnehmung des Bewegtbildes, andererseits aber auch das Verhältnis zwischen dem technischen Gerät und der Körperlichkeit der Künstler*innen.

Względne cechy podobieństwa / Relative Similarities
R: Izabella Gustowska, PL 1979, 5 min., ohne Text

99
R: Izabella Gustowska, PL 1987, 15 min., OmdU

Epitafia / Epitaphs
R: Anna Baumgart, PL 1997-98, 4 min., ohne Text

Matka / Mother
R: Anna Baumgart, PL 1998, 10 min., OmeU

Interferencje / Interferences
R: Barbara Konopka, PL 1985, 4 min., ohne Text

Drobne lęki, jakieś dzwięki / Small Fears, Some Sounds
R: Barbara Konopka, PL 1994, 4 min., ohne Text

Binary Notes
R: Barbara Konopka, PL 1998, 4 min., ohne Text

Das Programm „Kunst im Film“ wird organisiert mit Förderung von Polski Instytut Sztuki Filmowej (Polnisches Filminstitut / PISF)

Credits Bild: Dzisiaj mamy bal / Tonight We Are Having a Ball, R: T. Kowalski, J. Zarzycki, 1932.
© Filmoteka Narodowa – Instytut Audiowizualny

 

Events

 

Auf der solidarischen VoD-Plattform Cinemalovers bieten wir unter WOLF IN SPACE ein wechselndes Filmprogramm zum Streamen an.

Die Filme können zu moderaten Preisen einzeln geliehen oder unbegrenzt mit unserer WOLF-Mitgliedschaft gesichtet werden. Die Mitgliedschaft berechtigt zusätzlich zum ermäßigten Eintritt ins Kino und kostet 30€/Jahr.**

Zusätzlich sind wir Teil vom INDIEKINO CLUB, einem Verbund von zehn Berliner Programmkinos. Auf der gemeinsamen Plattform INDIEKINOCLUB - ebenfalls bei Cinemaloves - können Mitglieder online ausgewählte Arthouse- und Indie-Filme nach Belieben streamen. Darüber hinaus erhalten sie mit ihrer ClubCard ermäßigten Eintritt in allen teilnehmenden Kinos. Die Club-Mitgliedschaft kostet 60€ pro Jahr.