Film
Regie: Anna Cazenave Cambet
mit Vicky Krieps, Antoine Reinartz, Monia Chokri
Frankreich 2025, 133 Min, Französisch mit deutschen Untertiteln, FSK 16
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Love Me Tender
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Spätsommer, irgendwo in Paris. Die frühere Anwältin Clémence schreibt an ihrem Romandebüt und geht in ihrem neuentdeckten Begehren gegenüber Frauen auf. Mit ihrem Noch-Ehemann Laurent teilt sie sich freundschaftlich das Sorgerecht für ihren achtjährigen Sohn Paul. Doch als Laurent von ihren Liebschaften erfährt, fällt alles zusammen. Er lässt Clémence nicht mehr zu ihrem Sohn und fordert das alleinige Sorgerecht. Sein Vorwurf: Clémences Lebensstil gefährde Paul. Es folgt ein Gerichtsstreit, in dem Clémence nicht nur um ihren Sohn kämpft, sondern auch ihre sexuelle und intellektuelle Selbstbestimmung einfordert.
Basierend auf dem viel diskutierten, gleichnamigen Roman von Constance Debré zeigt der zweite Spielfilm von Regisseurin Anna Cazenave Cambet den Kampf einer Frau zwischen dem Wunsch nach Freiheit und den Erwartungen an sie als Mutter und Ehefrau. Beugt sie sich ihrem Ex-Mann, um ihren Sohn wiederzusehen? Kann sie ohne ihn glücklich leben? Love Me Tender, gefeiert beim Filmfestival in Cannes, ist emotional, direkt und widersetzt sich einfachen Lösungen. Und hat mit Vicky Krieps eine sensationelle Hauptdarstellerin, die furchtlos den inneren Konflikt der Hauptfigur offenlegt.
Auf den ersten Blick präsentiert sich 'Love Me Tender' als kafkaeskes Psychodrama, das den nervenzehrenden Sorgerechtsstreit aus der Perspektive der neuerdings lesbisch lebenden Mutter nachvollzieht. Zugleich jedoch, und vielleicht sogar hauptsächlich, erzählt der Film von der Emanzipation und queeren Identitätsfindung einer Frau in ihren 40ern. Die charismatische Hauptdarstellerin Vicky Krieps ist zweifellos ein Glücksgriff für die Rolle. – Sissy Mag
Die längst mühelos zwischen dem englisch- und dem französischsprachigen Weltkino hin und her wandernde Hauptdarstellerin Vicky Krieps, die sich ihrer Figur mit Haut und Haar verschreibt, macht den Film mit ihrer Präsenz, ihrer oft wortlosen Intensität und ihrer Nuanciertheit in Mimik und Gestik zu einem Ereignis – Patrick Heidmann, epd-Film.