Event

25.
01.

16:00

Regie: Jean Renoir
mit René Lefèvre, Florelle, Jules Berry, Marcel Lévesque
Frankreich 1936, ca. 80 Min, Französisch mit englischen oder deutschen Untertiteln (tbc), FSK 12

Le crime de Monsieur Lange: Matinee mit Sulgi Lie und Julian Radlmeier

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Von André Bazin als einer der schönsten Filme Jean Renoirs bezeichnet, inszeniert Le crime de Monsieur Lange (1935) im Geiste der damaligen französischen „Front Populaire“-Bewegung die Geschichte einer politischen Erhebung: Der gutmütige Mr. Lange arbeitet für den Zeitungsverlag des sinistren Verlegers Batala, der seine Arbeiter*innen und Angestellten ökonomisch wie sexuell ausbeutet. Langes Traum, eine Western-Serie über den Cowboy „Arizona Jim“ zu schreiben, scheint in Erfüllung zu gehen, als Batala bei einem Zugunglück verschwindet und daraufhin die Arbeiterinnen den Verlag als Kooperative übernehmen. Doch die Freue über die Vergesellschaftung des Betriebs wird von einer un- erwarteten Wendung in Frage gestellt... Mit großem Dialogwitz und einer charmanten Mischung aus Profischauspieler*innen und Laien lässt Renoir im Hinterhof des Verlags mit seinem unnachahmlichen Gespür für verschiedene soziale Sprechweisen und Verhaltensformen eine Welt entstehen, in der sich die Klassenkörper permanent vermischen. Sind seine späteren Filme durch den virtuosen Einsatz der Tiefenschärfe charakterisiert, stehen im Zentrum von Monsieur Lange komplexe Plansequenzen, die der Kollektivierung eine spezifsche filmische Form verleihen.


Über diese Politik der Form bei Renoir wird Filmwissenschaftler Sulgi Lie mit dem Regisseur Julian Radlmaier sprechen, für dessen Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes (2017) Le crime de Monsieur Lange einen wichtigen Bezugspunkt bildete.