FRIDAS SOMMER (ESTIU 1993)

Regie: Carla Simón, mit Bruna Cusí, David Verdaguer, Laia Artigas, Paula Robles, Spanien 2016, 96 min, katalanisch mit deutschen Untertiteln oder Deutschefassung, FSK o.A.

ab 26. Juli

Im Sommer 1993 angesiedelt, ist Carla Simóns Debüt-Langfilm ein sensibles und intelligentes semi-autobiographisches Portrait, das von Kindheit und Trauer handelt. Frida, sechs Jahre als, verlässt Barcelona nachdem sie durch den Tod ihrer Mutter zum Waisenkind wurde. Sie zieht raus aufs katalonische Land, um bei ihrem Onkel, dessen Frau und deren jungen Tochter zu leben. Dort manifestiert sich ihre Trauer in kleinen, oft übersehenen, doch zunehmend ernsten Formen von Widerstand und Protest. Fridas Sommer ist das Portrait eines Kindes, das mit Emotionen und Prozessen zu tun hat, die für Menschen jeden Alters oft unverständlich bleiben und lebensverändernd sind. Der Tod eines Elternteils und der Verlust stabiler Strukturen sind komplexe Erfahrungen, Themen, die den Film sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ansprechend und wichtig machen. Simón hat mit ihrem Film etwas Erstaunliches geschaffen: Ein Portrait, das die Perspektive und Emotionen eines Kindes respektiert, während es gleichzeitig die Komplexität von Erfahrungen und Gefühlen zeigt, die Kindern oft nicht zugestanden wird. Die Performances sind mit die stärksten, die ich bisher von Kinderschauspieler*innen gesehen habe, einer der vielen Faktoren, weswegen man Fridas Sommer auf keinen Fall verpassen sollte.

- Kristofer Woods

  Source: IMDB