A SKIN SO SOFT (TA PEAU SI LISSE)

Regie: Denis Côté, Kanada, Frankreich, Schweiz 2017. 93 Min. Sprache: Französisch, Englisch mit deutschen Untertiteln.

Körperliche Arbeit, Arbeit am Körper zeigt Denis Côté in seinem Dokumentarfilm A SKIN SO SOFT. Mit Hingabe widmen sich die sechs Männer, die der Film begleitet, ihren Körpern. Jeder Muskel, jede Faser wird observiert, trainiert, massiert, die Haut gepeelt, besprayt, gecremt. Sie sind Bodybuilder, Wrestler und Ex-Champion. Mit großer Disziplin schaufeln sie sich proteinreiche Mahlzeiten rein, immer wieder sieht man sie essen. Wiederkehrend sind auch das rhythmische Schnaufen und Quietschen der Geräte. Ihre Körper sollen angesehen und bewertet werden, und auch die ruhigen Einstellungen von A SKIN SO SOFT ermöglichen dieses Schauen. In ihren Posen erscheinen sie als menschliche Skulpturen. Die Muskelschau der Bodybuilder war bereits im frühen Kino ein Faszinosum. 1894 drehten die Edison Studios einen Film mit dem Bodybuilding-Pionier Eugen Sandow, der zuvor in eigenen Shows durch die USA tourte und ein an der griechischen Antike orientiertes Schönheitsideal etablierte. Vor der Kamera ließ Sandow seine Muskeln spielen und warf sich in Pose. Denis Côtés Film geht jedoch über das Spektakel der Körper hinaus und widmet sich mit einem aufmerksamen Blick den inneren Regungen seiner Protagonisten. Während die Körper sich einem standardisierten Ideal annähern, verraten die Gesichter Sorge, Zweifel, Zuneigung und Liebe.

Franziska Merlo

  Source: IMDB