TRANSIT

Regie: Christian Petzold, mit Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Deutschland/Frankreich 2018, 102 min, Deutsch und Französisch mit deutschen und englischen Untertiteln, FSK 12, ab 21.6. 

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Marseille liegt am Meer, und in Hafenstädten werden Geschichten erzählt, heißt es in Christian Petzolds Transit, der dieses Jahr auf der Berlinale Premiere feierte. Doch es sind keine Geschichten von Seereisen und fernen Ländern, sondern von Flucht und Vertreibung, von Verzweiflung und Hoffnung.
Die Menschen erzählen sie sich in den Konsulaten, wo sie auf Visa und Schiffspassagen warten, während die faschistischen Besatzer immer näher rücken und von Säuberungen die Rede ist. Wer so glücklich ist, zu entkommen, lässt oftmals geliebte Menschen in der Ungewissheit zurück.
Einer von ihnen ist der Deutsche Georg (Franz Rogowski). Zufällig ist er an die Aktentasche des Schriftstellers Weidel gelangt; mit dessen Identität könnte er nach Mexiko fliehen. Doch dann begegnet er Marie (Paula Beer), die rastlos nach ihrem Mann sucht, ohne den sie Frankreich nicht verlassen will. Die Romanvorlage von Anna Seghers spielt während des Zweiten Weltkriegs.
Petzold hat glücklicherweise keinen Kostümfilm daraus gemacht. Er setzt die Geschichte in ein undefiniertes Jahr und macht sie damit zeitlos. Ein Erzähler, der sich erst am Ende offenbart, spricht aus dem Off Romansätze zu den Filmbildern; sie wirken nicht mal dann störend, wenn sie dem widersprechen, was wir sehen.  

– Marcella Melien