HEREDITARY – DAS VERMÄCHTNIS

Regie: Ari Aster, mit Toni Collette, Alex Wolff, Gabriel Byrne, Milly Shapiro, USA 2018, 126 min, Englisch mit deutschen Untertiteln, FSK 16, ab 21.6.

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Von Zeit zu Zeit bringt die Fabrik, die sich Hollywood nennt, einen Film hervor, der originelle und unerwartete Herangehensweisen an Genres bietet, deren Merkmale und Strukturen bereits allzu bekannt sind. Ari Asters Spielfilmdebüt Hereditary ist womöglich einer dieser Filme. Eine Arbeit, die sich auf die Klischees der Geschichte des Horrorfilms stützt, in der jedoch Sozialkritik anklingt, die einfache Schreckmomente und vorhersehbare Plot Points weit übersteigt. 

Der Film erzählt die Geschichte der Familie Graham, die nach dem Tod der Großmutter Ellen beginnt, kryptische und zunehmend beunruhigende Geheimnisse über ihre Vorfahren zu entdecken. Je mehr sie herausfinden, desto klarer scheint es, dass sie dem unheilvollen Schicksal, welches sie geerbt haben, kaum entkommen können. 

Aster benutzt das Horrorgenre als eine Plattform, um den klassischen Familienverbund zu kritisieren: Er forscht nach den Problemen, die aus unflexiblen sozialen Strukturen und den über Generationen weitergegebenen Traumata erwachsen, von denen niemand wirklich frei ist. Der Film schafft durch selbstbewusste Kameraarbeit und den atonalen Soundtrack des Saxophon-Zauberers Colin Stetson Klang- und Bildwelten, die eine kompromisslose Spannung mit viel Potenzial zu schocken und zu überraschen erzeugen.  

– Kris Woods (Übersetzung Franziska Merlo, Miro Denck)