MARLINA - DIE MÖRDERIN IN VIER AKTEN

Regie: Mouly Surya, mit Marsha Timothy, Dea Panendra, Egi Fedly, Yoga Pratama, Rita Matu Mona, Indonesien 2017, 90 min, Indonesisch mit deutschen Untertiteln, FSK 16, ab 18.1.

Man kann selten von Filmen sagen, dass sie ein völlig neues Genre eröffnen. Marlina – Die Mörderin in vier Akten ist vielleicht so ein Film, ein erster seiner Art: Satay-Western benannten die KritikerInnen ihn nach seiner Premiere in Cannes letztes Jahr. Aber Mouly Souryas dritter Spielfilm ist nicht nur eine Umschreibung eines von Männlichkeit dominierten Genres, sondern auch eine feministische Rachefantasie. Auf der Insel Sumba in Indonesien, In the middle of nowhere, lebt Marlina, eine junge Witwe. Da taucht eines Abends ein Mann auf, der ihr ankündigt, dass seine Freunde bald kommen werden und sich ihr und ihres Viehs bemächtigen werden.

  The Theater of Eternal Music performing in 1965. From left, Toby Conrad, La Monte Young, Marian Zazeela and John Cale. Credit Fred W. McDarrah/Getty Images

Doch Marlina wird sich wehren. Am nächsten Tag reist sie mit dem Kopf des Bandenanführers in der Hand über die Insel. Eigentlich will sie zur Polizeistation, doch das stellt sich als nicht so leicht heraus. Die Räuber suchen sie, die hochschwangere Novi hat sich ihr angeschlossen und die Behörden sind alles andere als hilfreich.

  Toby Conrad in the documentary “Completely in the Present,” directed by Tyler Hubby. Credit via Tyler Hubby

Yunus Pasolangs großartige Kamera erzählt in Tableaus und Panoramen von einer ländlichen Gegend, in der noch heute das Gesetz des Stärkeren gilt und von einer vielschichtigen Heldin, die auf ihrem Feldzug für Gerechtigkeit sorgen wird: Ein Film, der wirklich, wirklich für die große Leinwand gemacht ist.

- Marie Kloos

  Source: IMDB