THE KILLING OF A SACRED DEER

Regie: Yorgos Lanthimos, mit Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Raffey Cassidy, Sunny Suljic, UK/Irland/USA 2017, 121 min, Englisch mit deutschen Untertiteln, FSK 16.

In seinem sechsten Spielfilm zeigt Yorgos Lanthimos (Dogtooth, Alps, The Lobster) ein metaphysisch angehauchtes Familiendrama, das von emotionaler Kälte und zwischenmenschlicher Entfremdung erzählt. Steven Murphy, dargestellt von Colin Farrell, ist ein erfolgreicher und wortkarger Kardiologe, der durch die zunächst verheimlichte Bekanntschaft zu einem Jungen mit dem Namen Martin eine tödlich endende und wissenschaftlich unerklärbare Tragödie über seine Familie bringt. Steven scheint für Martin eine Art Vaterfigur einzunehmen; Martin sucht zunehmend Stevens Nähe und lernt seine Familie kennen. Stevens Frau Anne, dargestellt von Nicole Kidman, und ihre beiden Kinder Kim und Bob geben das ideale Bild einer wohlsituierten Kernfamilie mit Hund und Haus ab. Martins Eindringen in das familiäre Gefüge und die daraus entstehenden tragischen Folgen rufen Pasolinis Teorema in Erinnerung. Martins „übernatürliches“ Einwirken bringt die unbestechliche Fassade dieser familiären Zelle zum Bröckeln

  Source: IMDB

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Die Kamera vermisst in weitwinkligen Einstellungen tableauhaft die Räume, die dadurch etwas Absolutes bekommen und die darin agierenden Figuren zu Geiseln ihrer eigenen Umgebung, ihres Handelns und schließlich ihres Egoismus machen. Ästhetisch wird diese Wirkung durch die staffagenhafte Inszenierung von Lanthimos und das lakonische Spiel der Darsteller verstärkt. Der einzige, der sich dem zu entziehen vermag ist Martin, großartig gespielt von Barry Keoghan (u.a. Dunkirk). Er behält den ganzen Film über etwas Unberechenbares und entwickelt sich im spannungsvollen Fortschreiten der Ereignisse zum Antagonisten. Als Steven auf Distanz zu Martin geht und versucht, ihn aus seinem Leben wieder auszuschließen, verschiebt sich der Film ins Poetische. Seine Kinder beginnen an einer unerklärbaren Krankheit zu leiden, die etwas mit Martins mentalen Kräften zu tun hat. Steven wird dazu gezwungen, in Form einer existenziell leidvollen Entscheidung für Vergangenes Sühne zu leisten. Lanthimos stellt mit The Killing of a Sacred Deer das Schauspiel und die Doppelmoral einer zynisch gewordenen Welt wie auch den Moralbegriff des Zuschauers eindrücklich auf die Probe.

- Marcin Malaszczak

  Source: IMDB

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  One of a kind interpretation by Wolf  Miro Denck   Instagram

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