IN MY ROOM

Regie: Ulrich Köhler • mit Hans Löw, Elena Radonicich, Michael Wittenborn • Land: Deutschland/Italien 2018 • 120 Min • Sprache: OmU deutsch und englisch mit deutschen Untertiteln. FSK: 12 • ab 1. November 2018



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LETO

Regie: Kirill Serebrennikov mit Teo Yoo, Irina Starshenbaum, Roman Bilyk • Land: Russland/Frankreich, 2018 • 126 Min • Sprache: OmU russisch mit deutschen Untertiteln. FSK: 0 • ab 8. November 2018

Nach der wahren Geschichte um die legendäre russische Rockband Kino fängt LETO das Lebensgefühl einer sich nach Freiheit sehnenden Generation kurz vor der Perestroika ein.

  Source: IMDB

GIRL

Regie: Lukas Dhont • mit Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart • Land: Belgien/Niederlände 2018 • 109 Min • Sprache: OmU französisch, flemisch und englisch mit deutschen Untertiteln. FSK: 16 • ab 25. Oktober 2018

Lara (Victor Polster) ist 15 und hat einen Traum: Sie will Balletttänzerin werden. Als sie an einer renommierten Akademie unter Vorbehalt angenommen wird, zieht sie mit ihrem Vater Mathias (Arieh Worthalter) und ihrem kleinen Bruder Milo (Oliver Bodart) nach Brüssel. Währenddessen versucht Lara noch einen zweiten Kampf zu gewinnen: Sie will sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen. Äußerlich ist sie bereits ein Mädchen, doch ihr Körper ist noch der eines Jungen. Ihr Vater unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, begleitet seine Tochter bei jedem Schritt und ist für sie da, genau wie Psychologen und Ärzte. Doch der Leistungsdruck auf die junge Ballerina ist enorm und nebenbei wird Lara durch ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins heiß-kalte Wasser der Pubertät geworfen. Das kräftezehrende Training zwingt Lara schließlich zur Selbstkasteiung, mit der sie wiederum ihre Operation aufs Spiel setzt. Ihre beiden großen Träume scheinen sich immer mehr zu widersprechen. Als die Ärzte ihr schließlich das Ballett verbieten, trifft Lara eine folgenschwere Entscheidung, mit der sie endgültig zur Frau werden will...

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TOUCH ME NOT

Regie: Adina Pintille mit Laura Benson, Tómas Lemarquis, Christian Bayerlein • Land: Romanien/Deutschland/Tschechien/Bulgarien/Frankreich 2018 • 125 Min • Sprache: OmU englisch mit deutschen Untertiteln. FSK: 16 • ab 1. November 2018

Selten hat ein mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnetes Werk derart emotionale und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Radikal entblößt die rumänische Regisseurin Adina Pintilie die seelischen und körperlichen Tabus unserer vermeintlich sexuell befreiten Zeit und zeigt, wie man den anderen liebt, ohne sich selbst zu verlieren. ***

TOUCH ME NOT passt in die aufgeladenen Diskussionen unserer Zeit und setzt #MeToo aus anderer Perspektive fort: als zwingende, von innen kommende Suche nach einer Körperlichkeit jenseits der festgelegten und festlegenden Blicke. -DIE ZEIT

Inhaltlich mutiges Kino, das einen im besten Sinne berührt. - SPIEGEL ONLINE

Adina Pintilies Film TOUCH ME NOT ist nicht einfach ein Film. Es ist eine Erfahrung. Und eine so intime und so tiefgründige, dass man das Kino entweder frühzeitig verlässt, weil man die Macht dieser Intimität nicht ertragen kann, oder man bleibt bis zum Ende auf die Gefahr hin, dass man das Werk und die Fragen, die es sich stellt, noch lange mit sich herumtragen wird. TOUCH ME NOT ist ein Selbstfindungstrip. Als Film ist er aber auch ein mutiges, experimentelles Werk, das Themen, Menschen, Körper und Emotionen ins Kino bringt, die man sonst niemals sieht. - KINO ZEIT

Eine eindringliche, unter die Haut gehende Meisterleistung. Ein ungetrübter Blick auf die menschliche Sexualität, in dem die Grenze zwischen Fiktion und Realität durchlässig wird. Für Prüderie ist in dem aufklärerischen Film TOUCH ME NOT, in dem die Charaktere mit der Lust und der Qual und ihrem Verhältnis zu ihren nackten Körpern ringen, kein Platz. Dieses Debüt der jungen rumänischen Autorenfilmerin Adina Pintilie, die im Film auch als sie selbst auftritt, verblüfft durch Intelligenz, Selbstbewusstsein und Originalität. - THE HOLLYWOOD REPORTER

Trotz seiner Nacktheit und „kinky“ Sexualität ist dieser unklassifizierbare Film von einer geradezu kindlichen Unschuld beseelt. Nüchtern und radikal menschlich, rätselhaft und wunderbar direkt inszeniert und unbestreitbar real, ist TOUCH ME NOT eine kühne Abhandlung über die seltsame (und oft entfremdete) Beziehung von Menschen zu ihrem eigenem Körper. Pintilie geht ihr Thema mit der klinischen Distanz eines Wissenschaftlers und der Warmherzigkeit eines Heilers an – oft beides gleichzeitig, und konstatiert, dass viele von uns in unserer fleischlichen Rüstung gefangen sind, isoliert von unserem Selbst und von anderen, durch Scham, Traumata oder einer tragischen Kombination von beidem. - INDIEWIRE

Ein mutiges Experiment… TOUCH ME NOT dürfte bei all jenen einen Nerv treffen, die darum kämpfen, ihre eigene Identität zu verstehen und zu leben… doch experimentierfreudige Zuschauer aller Überzeugungen sollten dieser wohlmeinenden, rastlos neugierigen Feier weiblicher und diverser Sexualität unvoreingenommen begegnen. - SIGHT & SOUND

Mit formal wie politisch außergewöhnlichem Mut handelt der Film von Körper und Begehren. Sowohl inszenatorisch wie in ihrem performativen Zugang und ihrer dokumentarischen Methode geht Adina Pintilie Risiken ein und erschafft ein in keine Schublade passendes Filmkunstwerk, das eine radikale Herausforderung des binären Systems und des herrschenden Diskurses über Sexualität darstellt. TOUCH ME NOT nimmt uns mit zu einer tiefgreifenden Erfahrung. - GIONA A NAZZARO

Im besten Falle drückt der Film aus, dass wir glücklicher sind, wenn wir unseren Körper kennen und dass die Gesellschaft Intimität als etwas Schuldbesetztes, etwas Angstmachendes betrachtet. Und er bewegt auch als ein Film über die Bejahung des Körpers und seiner Bedürfnisse… In der heutigen HighSpeed-Social-Media-Welt, in der Intimität inmitten der Tinderisierung von Beziehungen verloren zu gehen droht und in der sich der Diskurs über Sexualität stetig verändert (zuletzt im Zuge der #MeTooBewegung), ist es schön zu sehen, wie sich Pintilies Film die Zeit nimmt, sich auf die grundlegenden, aber nicht weniger wichtigen menschlichen Eigenschaften unserer Beziehungen zu konzentrieren. - THE FILMSTAGE

Ein mutiger Film, ohne Sicherheitsnetz, beseelt von einem außergewöhnlichen Sinn für Unschuld und Reinheit. Beim Betrachten werfen wir einen Blick auf uns selbst. DMOVIES Ein Film, der einen berührt. Der einen auch umarmt, streichelt, mitreißt, ins Gesicht schlägt und vor Freude und Wut zum Schreien bringt. - MIHAI CHIRILOV – KÜNSTLERISCHER DIREKTOR DES TRANSILVANIA INTERNATIONAL FILMFESTIVAL

Eine anspruchsvolle, zum Nachdenken anregende, wichtige Erforschung von Intimität und der Idee des Selbst: der herausfordernde Film TOUCH ME NOT betritt Neuland und verwischt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. - CINEUROPA

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FUNERAL PARADE OF ROSES

Regie: Toshio Matsumoto, mit Pîtâ, Osamu Ogasawara, Yoshimi Jô, Koichi Nakamura, Japan 1969. 105 Min. Japanisch mit deutschen Untertiteln.

ab 18. Oktober

Funeral Parade of Roses ist eine moderne Ödipus Erzählung, frei, herrlich queer und auf den Kopf gestellt. Ein einzigartiges, audiovisuell abstraktes und gleichzeitig explizites, politisches und assoziatives Dokument, das den Geist der 60er-Jahre atmet, Japans New Wave begründete und bis heute ein zeitloses, vitales, lebensnahes und modernes Kunstwerk ist. Toshio Matsumoto (1922-2017) war Pionier unter den japanischen Filmemachern und Künstlern. Er gehörte zur Generation der Avantgardisten und Tabubrecher, wie auch Seijin Suzuki (Tokyo Drifter) und Nagisa Oshima (Im Reich der Sinne).

„An extraordinary flm for its energies, its libidinous intensity, and its fearlessness in mixing registers ... Where and when, you wonder, will cinema ever get quite this wild again?“ Film Comment

Dieser einst fast verlorene Klassiker wurde restauriert und ist in neuer Schönheit auf der Leinwand zu sehen. Die restaurierte Filmkopie wurde von Il Cinema Ritrovata in einer 4K-Auflösung von den 35mm-Originalnegativen abgetastet. Dabei blieb die ursprüngliche Körnigkeit des Filmmaterials weitgehend erhalten.

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