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RETROSPEKTIVE DENIS CÔTÉ


  • Wolf 59 Weserstraße Berlin, Berlin, 12045 Germany (map)
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Der kanadische Regisseur Denis Côté schaffte 2005 direkt mit seinem ersten Kinofilm DRIFTING STATES den internationalen Durchbruch und gewann den Goldenen Leoparden beim Filmfestival von Locarno. Es folgten 10 weitere Filme in 14 Jahren und jede Menge Preise und Nominierungen auf diversen Filmfestivals. Mit seinem Film GHOST TOWN ANTHOLOGY ist Denis Côté inzwischen zum dritten Mal nach 2013 VIC & FLO SAW A BEAR (Gewinner Silberner Bär) und 2016 BORIS WITHOUT BEATRICE im Wettbewerb der Berlinale 2019 vertreten. Aus diesem Anlass zeigen wir vom 15. bis zum 20. Februar seine elf Spiel- und Dokumentarfilme im Wolf, es ist die erste komplette Retrospektive seiner Langfilme weltweit. Wir freuen uns besonders, dass Denis Côté bei den Vorstellungen am Wochenende zu Gast sein wird, um mit uns und dem Publikum zu plaudern.
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Canadian director Denis Côté had his international break-through with his debut semi-fictional DRIFTING STATES in 2005 at Locarno film festival, where he won the Golden Leopard. Ten more films followed in the next fourteen years, accompanied by more awards and nominations. With GHOST TOWN ANTHOLOGY Denis Côté returns for the third time to Berlinale’s competition (after VIC & FLO SAW A BEAR, winner of the Silver Bear, and BORIS WITHOUT BEATRICE in 2017. We are delighted to showcase all eleven feature length films here at Wolf from 15.-20. February 2019 - the most complete retrospective shown to date. Over the weekend, Denis Côté will be introducing films in person and engage in an hour long discussion about his body of work.

PROGRAMM:
Freitag 15.02.
16.00 DRIFTING STATES in Anwesenheit von Denis Côté
18.00 CARCASSES in Anwesenheit von Denis Côté

Samstag 16.02.
16.00 CURLING in Anwesenheit von Denis Côté
18.00 BESTIAIRE in Anwesenheit von Denis Côté

Sonntag 17.02.
14.00 OUR PRIVATE LIVES in Anwesenheit von Denis Côté
15.30 Publikumsgespräch mit Denis Côté
17.30 A SKIN SO SOFT

Montag 18.02.
19.00 GHOST TOWN ANTHOLOGY

Dienstag 19.02.
19.00 ALL THAT SHE WANTS (CHAOS)
21.00 VIC & FLO SAW A BEAR

Mittwoch 20.02.
19.00 JOY OF MAN’S DESIRING
21.00 BORIS WITHOUT BEATRICE

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Freitag 15.02. um 16:00 Uhr, in Anwesenheit von Denis Côté
DRIFTING STATES (2005)
Regie: Denis Côté • mit: Christian LeBlanc, Radisson's Citizens• Land: Kanada 2005 • 91 Min • Sprache: OmeU franösisch mit englischen Untertiteln.

Nachdem er seiner Mutter Sterbehilfe leistet, verlässt Christian seine Heimatstadt Montreal und erreicht nach einigem Umherirren mit dem Auto schließlich Radisson, ein Dorf mit 400 Einwohnern, 1.500 Kilometer nördlich, in der Provinz Québec. Nach und nach lernt er die Einwohner der Ortschaft kennen, beginnt in einem neuen Job zu arbeiten und wird heimisch. DRIFTING STATES ist eine Mischform aus Dokumentar- und Spielfilm und bedient sich unterschiedlicher Erzähltechniken. Denis Côté und sein Schauspieler Christian LeBlanc gingen dabei nicht von einem fertigen Drehbuch aus, sondern lediglich von einer groben Skizze, um Menschen, denen sie während der Dreharbeiten begegneten, vor allem die Einwohner Radissons, in die Geschichte einbauen zu können. Beinahe die erste halbe Stunde des Films ist vom ständigen Piepton der Lebenserhaltungsmaschine, an welche Christians Mutter angeschlossen ist, bestimmt; ansonsten spart Côté jeglichen Dialog aus. Und gerade so, als ob man sich von dieser eindringlichen Eröffnung nie mehr wirklich erholen könnte, prägt im Folgenden die improvisierte Rede wie ein steter Versuch, Kommunikation wieder aufzubauen diesen mit äußerst geringem technischen Aufwand gedrehten Low-Budget-Film. Zu seinem Vorgehen befragt, meint der Regisseur: «Ich wollte eine Art unstete Wirklichkeit umsetzen, wie man sie heute kaum mehr sieht.» (Quelle: Viennale)
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DRIFTING STATES tells the story of Christian, who commits an irreparable act. This crime, out of compassion, disturbs it. Discreet but nervous, he needs to flee the law first, but then his conscience and the moral weight of his gesture. Christian runs aground "where the asphalt road ends", in the tiny town of Radisson in James Bay, 1500 km north of Montreal. Slowly, he regains his taste for life. The story moves with impressionist touches, between fiction and documentary. (Translated from the official French Press release)

“A deeply emotional story of hope and the continual cycle of human existence” (Stacey Donen, Toronto I.F.F.)

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Freitag 15.02. um 18:00 Uhr, in Anwesenheit von Denis Côté
CARCASSES (2009)

Regie: Denis Côté • mit: Anne Carrier, Jean-Paul Colmor, Étienne Grutman• Land: Kanada 2009 • 72 Min • Sprache: OmeU franösisch mit englischen Untertiteln.

Der 74-jährige Jean-Paul Colmor ist passionierter Metallmüll-Sammler. Der Schrottplatz am Rande Montreals, auf dem er lebt und arbeitet, ist seine persönliche Schatzinsel. Schrott ordnen, sortieren, verkaufen und reparieren macht den Großteil seines Lebensalltags aus, doch plötzlich wird die gelebte Routine unterbrochen, als sich vier Eindringlinge auf seinem Grundstück einnisten: Auch die jungen Menschen mit Down-Syndrom suchen ihr Glück in diesem Colmors-Paradies. Die Mischung aus Dokumentarfilm und fiktiver Erzählung ist eher eine filmische Provokation als eine traditionelle Erzählung, die nach ihrer Premiere auf dem Filmfestival in Cannes für internationales Aufsehen in der Presse gesorgt hat.
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74-year-old Jean-Paul Colmor is a passionate metal waste collector. The junkyard on the outskirts of Montreal, where he lives and works, is his personal treasure trove. Scraping, sorting, selling and repairing make up most of his everyday life, but suddenly the routine is interrupted when four intruders settle on his property: Even the young people with Down syndrome seek their luck in this Colmors paradise. The mix of documentary and fictional narrative is more of a cinematic provocation than a traditional narrative that has garnered international attention in the press following its premiere at the Cannes Film Festival.

“More a cinematic provocation than a traditional narrative, but it’s a distinctly original one, gorgeously shot ...With an ear-grabbing mixture of punk rock and Mahler on the soundtrack” (Liam Lacey, Globe and Mail)

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Samstag 16.02. um 16:00 Uhr, in Anwesenheit von Denis Côté
CURLING (2010)
Regie: Denis Côté • mit: Emmanuel Bilodeau, Philomène Bilodeau, Roc LaFortune, Sophie Desmarais • Land: Kanada 2010 • 96 Min • Sprache: OmeU franösisch mit englischen Untertiteln.

Jean-Francois (Emmanuel Bilodeau) lebt mit seiner zwölfjährigen Tochter Julyvonne (Philomène Bilodeau) im kanadischen Niemandsland. Julyvonne ist das Ein und Alles ihres Vaters, der sich fast ausschließlich der Überwachung seiner Tochter widmet. Das führt dazu, dass Julyvonne, die zu Hause von ihrem Vater unterrichtet wird, ein Leben ohne Sozialkontakte führt, fast so wie ihr Vater selbst, der nur den Menschen auf der Arbeit etwas näher kommt. Doch dann wird ihre empfindliche Vater-Tochter-Beziehung durch eine Reihe unerwarteter Ereignisse in Frage gestellt.
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Set on the fringe of society, in a remote part of the countryside, Curling takes a keen look at the unusual private life of a father and his daughter. Between his unremarkable jobs, Jean-François Blain devotes an awkward energy to Julyvonne. The fragile balance of their relationship will be jeopardized by some very dreary circumstances.

"A mysterious, open film, uncluttered by any of the reassuring revelations or explanations that might console us and allay our fear of anything really imaginary...You don't often see a film this good." (Jean-Francois Rauger, The Guardian)

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Samstag 16.02. um 18:00 Uhr, in Anwesenheit von Denis Côté
Bestiaire (2012)
Regie: Denis Côté • Land: Kanada/Frankreich 2012 • 72 Min • Sprache: ohne Dialogue

Ein Zeichenkurs, ein Safaripark, die Werkstatt eines Tierpräparators: drei Umgebungen, in denen sich Mensch und Tier begegnen. Im Mittelpunkt der Beobachtung stehen Blick- und Wahrnehmungsverhältnisse, die gleichzeitig oft ungleiche Machtverhältnisse spiegeln. Dabei scheint der Film die Frage mitzudenken, wie man Tiere filmen kann. Vom technisch hochgerüsteten zeitgenössischen Tierfilm, dessen allmächtige Kameras zu Wasser, zu Lande und in den Lüften jede Grenze überwinden und kein Geheimnis der Schöpfung mehr kennen, ist er dabei weit entfernt. Eine kommentarlose nüchterne Betrachtung – die Kamera ist oft unbewegt und beobachtet von einem festen Punkt aus mit feinem Gespür für Formen und Bewegung. Wohlüberlegte Einstellungen lassen Zeit zum Nachdenken über Schönheit und Fremdheit, über die domestizierte Wildnis in der Zivilisation. Orchestriert von den Umgebungsgeräuschen ergibt das eine Choreografie, ein filmisches Bestiarium, in dem sich zu den stoischen, ungerührten, ungeduldigen, wilden und rebellischen Tieren auch der Mensch gesellt. (Quelle: Arsenal)

„Ein zauberhafter Dokumentarfilm des Regisseurs Denis Côté.“ (Thomas Assheuer, DIE ZEIT)
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Fascinating and beguiling, BESTIAIRE is Denis Cote's mesmerizing meditation on the relationship between man and beast. This strikingly beautiful film about looking-starts with a group of art students attempting to sketch an animal-that blurs the line between observer and observed. There may be no traditional narrative, yet there is breathtaking dramatic tension in every exquisitely framed shot: the sight of a lion attacking the doors of its cage or the scurrying striped legs of zebras in a holding pen. Contemplative and enthralling, BESTIAIRE is cinema at its purest.

"Using the film form to challenge the very notion of representation, Bestiaire is an elegant, bewitching meditation on the nature of sentience and the boundaries between nature and civilization." (Sundance Film Festival)

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Sonntag 17.02. um 14:00 Uhr, in Anwesenheit von Denis Côté
OUR PRIVATE LIVES (2007)
Regie: Denis Côté • mit: Penko Gospodinov, Anastassia Liutova, Jean-Charles Fonti • Land: Kanada 2007 • 82 Min • Sprache: OmeU bulgarisch, französisch und englisch mit englischen Untertiteln

Philip und Milena sind ein Paar. Sie kennen sich aus dem Internet und treffen sich zum ersten Mal persönlich auf einer Schotterstraße in einem Wald in Kanada. Philip ist extra aus Bulgarien nach Kanada geflogen, um mit Milena eine Woche zusammen in einer abgeschiedenen Hütte zu verbringen. Dabei ist es für die Beiden schwierig, die über das Internet erlebte Intimität jetzt im persönlichen Umgang miteinander zu erhalten. Stattdessen wird ihr Verhältnis zueinander immer angespannter. OUR PRIVATE LIVES ist ein mutiges Experiment von Denis Côté. Die beiden Darsteller des Paares Philip und Milena sind zwei Bulgaren, deren Sprache Côte größtenteils nicht versteht. Die Geschichte des Filmes lässt er die Beiden teilweise improvisierend entwickeln. Daraus entsteht ein Film, der spannend und mutig zu gleich ist und trotz des kleinen Budgets für viel Aufsehen sorgen konnte.
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After a lengthy virtual relationship over the Internet, Milena and Philip take the plunge and agree to finally meet. Having lived in Montreal for over a decade, Milena, an immigrant of Bulgarian descent, accepts to greet her correspondent Philip, a flirtatious photographer from Sofia. Out in an isolated cottage in Quebec's countryside, the couple abandon themselves to one another. Between periods of cultural clashes and fleshly pleasures, the two assess each other and the possibilities for true love. But strange, uncanny events soon disrupt Milena and Philip's quiet intimacy as secrecy and silence slowly set in. (Written by Nihilproductions)

„Easily one of the most audacious films of the past year” (Matthew Hays, Montreal Mirror).

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Sonntag 17.02. um 17:30 Uhr
A SKIN SO SOFT (2017)
Regie: Denis Côté • Land: Kanada/Frankreich/Schweiz 2017 • 85 Min • Sprache: OmU französisch und englisch mit deutschen Untertiteln

Körperliche Arbeit, Arbeit am Körper zeigt Denis Côté in seinem Dokumentarfilm A SKIN SO SOFT. Mit Hingabe widmen sich die sechs Männer, die der Film begleitet, ihren Körpern. Jeder Muskel, jede Faser wird observiert, trainiert, massiert, die Haut gepeelt, besprayt, gecremt. Sie sind Bodybuilder, Wrestler und Ex-Champion. Mit großer Disziplin schaufeln sie sich proteinreiche Mahlzeiten rein, immer wieder sieht man sie essen. Wiederkehrend sind auch das rhythmische Schnaufen und Quietschen der Geräte. Ihre Körper sollen angesehen und bewertet werden, und auch die ruhigen Einstellungen von A SKIN SO SOFT ermöglichen dieses Schauen. In ihren Posen erscheinen sie als menschliche Skulpturen. Die Muskelschau der Bodybuilder war bereits im frühen Kino ein Faszinosum. 1894 drehten die Edison Studios einen Film mit dem Bodybuilding-Pionier Eugen Sandow, der zuvor in eigenen Shows durch die USA tourte und ein an der griechischen Antike orientiertes Schönheitsideal etablierte. Vor der Kamera ließ Sandow seine Muskeln spielen und warf sich in Pose. Denis Côtés Film geht jedoch über das Spektakel der Körper hinaus und widmet sich mit einem aufmerksamen Blick den inneren Regungen seiner Protagonisten. Während die Körper sich einem standardisierten Ideal annähern, verraten die Gesichter Sorge, Zweifel, Zuneigung und Liebe. (Franziska Merlo)

„Es ist der Moment des Angeblickt-Werdens, auf den diese Männer hinarbeiten, der sie in den Augen des Gegenübers erst zum Subjekt werden lässt. Im Bodybuilding verschmelzen die Anerkennung der Arbeit und ihres Schöpfers, Ergebnis und Erzeuger werden identisch. Côté inszeniert das auf beeindruckende Weise.“ (Jonas Lages, Tagesspiegel)
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Jean-François, Ronald, Alexis, Cédric, Benoit, and Maxim are gladiators of modern times. From the strongman to the top-class bodybuilder, to the veteran who has become a trainer, they all share the same definition and obsession: overcoming the limitations of their bodies. They are waiting for the next competition, slaving away in the gym, and following extreme diets. A SKIN SO SOFT is a free exploration of the regimented daily lives of these misunderstood monsters. (Films Boutique)

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Montag 18.02. um 21:00 Uhr
GHOST TOWN ANTHOLOGY (2019)
Regie: Denis Côté • Mit: Robert Naylor, Jocelyne Zucco, Diane Lavallée • Land: Kanada 2018 • 97 Min • Sprache: OmeU französisch mit englischen und deutschen Untertiteln

Mitten in der Einöde, in einem Dorf mit 215 Einwohnern, stirbt ein Mann bei einem Autounfall. Doch die Dorfbewohner weigern sich, die Umstände der Tragödie aufzuarbeiten. Von da an scheint die Zeit an Bedeutung zu verlieren.
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In a small and isolated town, Simon Dubé dies in a car accident. The stunned townspeople are reluctant to discuss the circumstances of the tragedy. From that point on time seems to lose all meaning, and the days stretch on without end.

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Dienstag 19.02. um 19:00 Uhr
ALL THAT SHE WANTS (CHAOS) (2008)
Regie: Denis Côté • Mit: Eve Duranceau, Nicolas Canuel, Laurent Lucas • Land: Kanada 2008 • 105 Min • Sprache: OmeU französisch mit englischen Untertiteln

Ein Ex-Gangster und seine Stieftochter Coralie versuchen, gegen ihre finanziellen Schwierigkeiten und existentiellen Probleme anzukommen. Langsame Kamerafahrten, sorgsam gewählte Einstellungen und starke Lichtkontraste charakterisieren den in Schwarz-Weiß fotografierten Film über eine Frau, die versucht, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und umgeben ist von Gaunern, die sie und ihren Stiefvater bedrängen.
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An ex-gangster and his stepdaughter Coralie try to handle their financial difficulties and existential problems. With slow camera shots, carefully chosen shots, and strong contrasts of light characterize the black-and-white film about a woman trying to process her mother's death, surrounded by crooks who harass her and her stepfather.

“An assured, disquieting drama of identity, isolation, and rebirth” (Canadian Film Institute)

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Dienstag 19.02. um 21:00 Uhr
VIC + FLO SAW A BEAR (2013)
Regie: Denis Côté • Mit: Pierrette Robitaille, Romane Bohringer, Marc-André Grondin • Land: Kanada 2013 • 95 Min • Sprache: OmeU französisch mit englischen Untertiteln

Victorias lebenslängliche Gefängnisstrafe wurde auf Bewährung ausgesetzt. Voller Hass auf die Menschen zieht sie sich in die Hütte ihres Onkels an einem Waldrand zurück. Ihre Geliebte Florence kommt bei ihr unter, auch sie hat Gründe, sich zu verstecken. Von guten Ratschlägen des unkonventionellen Bewährungshelfers Guillaume begleitet, bauen sich Vic und Flo ein neues Leben auf – sie gärtnern, leben in den Tag hinein, machen Streifzüge durch den Wald. Doch der ist tückisch. Und ein Schatten aus Flos Vergangenheit taucht plötzlich vor ihrem Haus auf. Zu spät merken die beiden Frauen, dass ihre Rückzugsidylle trügerisch ist... VIC + FLO SAW A BEAR ist ein abgrundtief böses Märchen mit feinem Humor. Im Wettbewerb der Berlinale erhielt der Film 2013 den Alfred-Bauer-Preis für einen Beitrag, „der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet“. (Quelle: Salzgeber)

„Ein erstaunlicher Film, ein rotziger Psychothriller mit zwei kauzigen Frauen in der Einsamkeit des Waldes. Dazu ein schwuler Sozialarbeiter, ein stummer Onkel im Rollstuhl, eine irre Rachedurstige und skurrile Dorfbewohnerin. Konsequent, von Beginn an.“ (3sat)

„Das mutige und überraschende Ende des Films nimmt einem sehr nachhaltig den Atem.“ (perlentaucher.de)

„Will Côté uns einen Bären aufbinden? Ganz bestimmt. Er verwischt sexuelle Identitäten und narrative Spuren. Was bleibt ist Ambivalenz, in Schwebe gehalten von leiser Spannung, subtilem Humor, sehnsüchtiger Melancholie und einer pechschwarzen Gewitterwolke am Horizont.“ (Viennale)
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Victoria, an ex-convict in her sixties, wants to start new life in a remote sugar shack. Under the supervision of Guillaume, a young, sympathetic parole officer, she tries to get her life back on track along with Florence, her former cellmate with whom she shared years of intimacy in prison. Stalked by ghosts of the past, their new life together is unexpectedly jeopardized. (Films Boutique)

“Suspended in a cinematic landscape someplace between Wes Anderson and Eric Rohmer.” (David Rooney, Hollywood Reporter)

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Mittwoch 20.02. um 19:00 Uhr
JOY OF MAN'S DESIRING (2014)
Regie: Regie : Denis Côté • Mit : Guillaume Tremblay, Hamidou Savadogo, Emilie Sigouin • Kanada 2014 . 68 min • Sprache: OmeU französisch mit englischen Untertiteln

An wen wendet sich die Frau, die über ihre Schulter spricht, die Augen gesenkt? An den Regisseur, den Zuschauer, einen unsichtbaren Dritten? „Wir müssen einander vertrauen“, erklärt sie leise, aber bestimmt. Diese erste Szene setzt die Tonart des Films. Wir sehen und hören gewaltige Maschinen, ohrenbetäubenden Lärm; Menschen, die die Maschinen bedienen, sie füttern, konzentriert, eingebunden in abstrakte Prozesse; Pausengespräche in der Umkleide, der Kantine. Denis Côté hat mit JOY OF MAN’S DESIRING aber keinen Dokumentarfilm über Maschinensklaven, über Entfremdung, Entmenschlichung oder Ausbeutung gedreht. Ton und Bild, Montage und Dramaturgie dienen ihm schlicht dazu, Fabrikhallen und Werkstätten in einen filmischen Raum zu übersetzen, die bizarren Umgebungen zu erkunden, denen sich die Arbeiter anpassen, mit denen sie geschickt interagieren, als hätte die Menschheit seit Urzeiten nichts Anderes getan. Auch das ist Teil der Fiktion, die sich langsam, aber sicher einschleicht, ununterscheidbar vom Dokumentarischen – weil das Kino diese Unterscheidung eben nicht braucht. Es kann zeigen, wovor man in der Realität die Augen verschließt wie vor dem gleißenden Licht in der Schweißerei. (Quelle: Berlinale Filmdatenblatt)
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An open-ended exploration of the energies and rituals of various workplaces. From one worker to another and one machine to the next; hands, faces, breaks, toil: what kind of absurdist, abstract dialogue can be started between human beings and their need to work? What is the value of the time we spend multiplying and repeating the same motions that ultimately lead to a rest and state of repose whose quality defies definition. (Films Boutique)

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Mittwoch 20.02. um 21:00 Uhr
BORIS WITHOUT BEATRICE (2016)
Regie: Denis Côté • Mit: James Hyndman, Simone-Élise Girard, Denis Lavant, Isolda Dychauk • Land: Kanada 2016 • 93 Min • Sprache: OmeU französisch mit englischen Untertiteln

Irgendwo im heutigen Québec geht Boris Malinovsky mit rücksichtsloser Arroganz durchs Leben. Beruflich wie privat hat der Mann in den feinen Maßanzügen offenbar alles erreicht. Doch seine Welt gerät ins Wanken: Malinovskys ebenso erfolgreiche Frau, Ministerin der kanadischen Regierung, ist durch eine Depression ans Bett gefesselt und wird in der abgelegenen Ferienvilla gepflegt. Dort erhält Boris Anrufe von einem Fremden, der ihn mitten in der Nacht um ein Treffen im Wald bittet. Der mysteriöse Mann konfrontiert ihn mit Fragen, denen er sich eigentlich nicht stellen möchte. Und doch versucht Boris nach der Begegnung, sein Leben in andere Bahnen zu lenken. Dabei fühlt er sich zunehmend verfolgt, blickt misstrauisch auf seine Umgebung, die ihm immer fremder wird. Wird Boris die Geister, die er nicht rief, wieder los? Nach VIC & FLO SAW A BEAR (Berlinale Wettbewerb, 2013) unternimmt Denis Côté einen weiteren Exkurs ins Genre des eigenwilligen Psychothrillers. Mit satirischer Präzision und irritierenden Bildtableaus führt er die Zuschauer in die Innenperspektive eines Mannes, der sich Versäumnissen stellen muss und zunehmend die Kontrolle über sein Leben verliert. (Quelle: Berlinale Filmdatenblatt)
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Boris Malinovsky has achieved all of his life goals: he’s strong willed, independent, proud, and arrogant. After his wife Beatrice falls into a mysterious depression, Boris indulges in a love affair with his colleague Helga. When a mystical stranger appears Boris must confront his world view and put his achievements and his certainties to the test. (Films Boutique)

Earlier Event: February 12
Baby Wolfgang präsentiert: THE FAVOURITE
Later Event: February 19
Baby Wolfgang präsentiert: ROMA