Back to All Events

LA FLOR Chapter 3

  • Wolf Kino 59 Weserstraße Berlin, Berlin, 12045 Germany (map)
Freitag 9. - 11.8.
La Flor
Freitag um 17:00 Uhr: Teil 1 (225 min)
Samstag um 12:20 Uhr: Teil 2 (342 min)
Sonntag um 12:20 Uhr: Teil 3 (320 min)

Einen Film wie LA FLOR hat es noch nicht gegeben: Vier Darstellerinnen spielen sich in fast 15 Stunden durch sechs Episoden und einen Großteil der Filmgeschichte. La Flor ist eines der größten Filmprojekte des 21. Jahrhunderts, das bereits auf zahlreichen Festivals enthusiastisch gefeiert wurde. Über drei Tage hinweg zeigen wir Mariano Llinás Filmkunstwerk in seiner gesamten Länge und ganzen Brillanz; 15 Stunden, die im Flug vergehen!

LA FLOR ist ein herausragendes Filmprojekt der Gegenwart: Ein Regisseur und seine vier Darstellerinnen spielen mit dem Kino, und ihr Spieltrieb kennt keine Grenzen. Sie kreieren Fantasieräume, scheren sich nicht um Sinn, Logik, Dramaturgie – und sie vergessen die Zeit. Die Filmgeschichte ist ihr Abenteuerspielplatz, auf dem sie über zehn Jahre verbringen, um ein fast 14-stündiges Werk fertigzustellen. Allerdings lässt sich wohl kaum von einer abgeschlossenen Geschichte sprechen. LA FLOR ist ein im besten Sinne offenes Kunstwerk, ein Bildergewächs, das immer neue Blüten zum Vorschein bringt, ein Streifzug durch das Genrekino, eingeteilt in drei Kapitel, sechs Episoden, acht Akte. Mariano Llinás vom Filmkollektiv El Pampero Cine und die Schauspielerinnentruppe Piel de Lava fordern das Publikum auf, den verschlungenen Wegen ihrer Erzählungen zu folgen, die sich mal kreuzen, dann wieder Umwege nehmen oder schlicht ins Leere laufen. Ein B‑Movie muss nicht zwangsläufig in einem lautstarken Showdown enden. Die unzähligen Off-Stimmen im Agententhriller widersprechen einander, führen bewusst in die Irre, während die Bilder eine weitere Version der Geschichte bereithalten. Musikalische Intermezzi erinnern an klassische Vorführungen in den prunkvollen Kinopalästen der 30er und 40er Jahre. Zum Spiel gehört auch ein gewisser Ernst, den die Schauspielerinnen Elisa Carricajo, Pilar Gamboa, Valeria Correa und Laura Paredes mit schöner Hingabe bei gleichzeitiger Distanz darbieten. Dabei reflektieren sie sowohl ihre eigene Rolle als auch tradierte Rollenbilder. Während sich das Werk und seine Darstellerinnen permanent neu finden und erfinden, sieht man sich selbst beim Schauen und Staunen zu. LA FLOR wurde auf zahlreichen Festivals enthusiastisch aufgenommen. (Arsenal Kino – Anke Leweke)

La Flor Regie: Mariano Llinás, mit Elisa Carricajo, Pilar Gamboa, Valeria Correa, Laura Paredes, Argentinien 2018, 837 Min, OmU verschiedene Sprachen mit englischen Untertiteln, FSK: k.A.

Ein Film, der mit sechs Episoden, die von verschiedenen Filmkunstformen inspiriert sind, der Kinogeschichte Anerkennung zollt. Jede Episode gehört einem Genre an. Die erste Episode könnte als B-Film betrachtet werden, also als diejenige Sorte von Film, welche die Amerikaner früher mit geschlossenen Augen gedreht haben und heute einfach nicht mehr drehen können. Die zweite Episode ist eine Art Musical mit einem geheimnisvollen Touch. Die dritte Episode ist ein Spionagefilm. Die vierte ist schwer zu beschreiben. Die fünfte ist von einem alten französischen Film inspiriert. Und die letzte Episode handelt von einigen gefangenen Frauen, die im 19. Jahrhundert, nach vielen Jahren bei den Indianern, aus der Wüste zurückkehren.