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Werkschau Monika Treut: feministische & lesbische New Queer Cinema


Ina Blum in Die Jungfrauenmaschine

Die Regisseurin, Produzentin und Autorin Monika Treut ist seit den 1980er Jahren eine treibende Kraft im queeren Kino. Ihr einzigartiger Blick auf weibliche Lust, Sexualitäten und Gendergrenzgänger*innen prägte nicht nur das feministische und lesbische Kino seit den 80er Jahren, sondern auch die deutschsprachige unabhängige Filmszene, das New Queer Cinema und US-amerikanisches Indie-Kino.

Vom 7. bis zum 9. März zeigt Wolf fünf digitalisierte Werke, von ihrem ersten Langfilm von 1985, Verführung: Die grausame Frau, frei nach Motiven des Romans „Venus im Pelz“ von Leopold von Sacher-Masoch, über Die Jungfrauenmaschine und My Father Is Coming mit dem unvergessenen Alfred Edel zu Gendernauts, über das Paradies der Gendermixer im San Francisco der 1990er Jahre.

Die Digitalisierung wurde durch die Kinemathek Hamburg, die Hamburger Kulturbehörde und die Editon Salzgeber ermöglicht.


VERFÜHRUNG: DIE GRAUSAME FRAU
Mittwoch 7.3. 19 Uhr, Gäste: Elfi Mikesch, Monika Treut

DIE JUNGFRAUENMASCHINE
Mittwoch 7.3. 21 Uhr, Gäste: Elfi Mikesch, Monika Treut

GENDERNAUTS
Donnerstag 8.3. 18.30 Uhr, Gäste: Elfi Mikesch, Monika Treut

VON MÄDCHEN UND PFERDEN
Donnerstag 8.3. 20 Uhr, Gäste: Ceci Chuh, Sabine Steyer, Monika Treut, Birgit Möller (bestätigt)

MY FATHER IS COMING mit Einführung von Isabella Heereman
Freitag 9.3. 20 Uhr


Verführung: Die grausame Frau. D 1985, DCP, 85 min, Buch, Regie und Produktion: Elfi Mikesch und Monika Treut Mit Mechthild Grossmann, Udo Kier, Georgette Dee, Peter Weibel, Carola Regnier.

Wanda ist eine geheimnisvolle Domina und clevere Geschäftsfrau. Ihr Beruf ist es, grausam zu sein, und ihre Spezialität, ihre LiebhaberInnen in die Falle der Verführung zu locken. In ihrer Galerie im Hamburger Hafen inszeniert Wanda bizarre Bühnenshows für ein zahlendes Publikum: sadomasochistische Rituale als ästhetische Form und gewinnbringendes Geschäft. Auch in ihrem Privatleben ist sie eine souveräne Herrscherin. Sie bestimmt die Spielregeln der Lust, denen ihre LiebhaberInnen zu folgen haben. Frei nach Motiven von Sacher-Masochs „Venus im Pelz“. Der Film stand merkwürdigerweise 18 Jahre lang auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Andere sagten: „Die verschwenderisch schönen Bilder erzeugen einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann und machen Verführung: Die Grausame Frau zu einem der geheimnisvollsten Filme des deutschen Kinos. Cinema

Die Jungfrauenmaschine D 1988, DCP, 84 min, s/w, OmU, Buch, Regie und Produktion: Monika Treut Mit Ina Blum, Mona Mur, Peter Kern, Gad Klein, Susie (Sexpert) Bright, Dominique Gaspar.

Dorothee Müller eine junge naive Hamburger Journalistin macht sich arglos an eine Untersuchung über romantische Liebe, eine Krankheit der Frauen? Schauplätze ihrer Recherche sind u.a. die Praxis eines genußsüchtigen Hormon-Forschers und das Affenhaus im Zoo. Weil sie keine befriedigenden Antworten auf ihre Fragen findet, entschließt sie sich, die alte Welt zu verlassen. Im lebenslustigen San Francisco trifft sie drei unvergeßliche Frauen: Dominique, eine verschmitzte Ungarin aus Uruguay, die sich über die deutsche Arbeitsmoral lustig macht und ihr als hilfreiche Freundin zur Seite steht; Susie Sexpert, die Spezialistin für sexuelle Genüsse, mit ihrer erstaunlichen Dildosammlung; und schließlich die attraktive Ramona, die in einem Lesben-Club einen heißen Strip als Macho hinlegt. Der Film war einer der ersten lesbischen Coming-Out Filme. Die Zeit meinte dazu: „dieser Film vernichtet das Kino.“ Hat er aber nicht, denn er lief z.B. in Berlin ein ganzes Jahr im Kant-Kino.

My Father Is Coming D 1991, DCP, 80 min, Farbe, OmU, Buch, Regie und Produktion: Monika Treut Mit Shelley Kästner, Alfred Edel, Annie Sprinkle, Michael Massee, David Bronstein.

Vicky, eine junge Deutsche, lebt im New Yorker East Village. Sie will als Schauspielerin Karriere machen. Aber ihre Vorsprechtermine für Filmjobs sind eine Katastrophe. So ist sie gezwungen, ihr Geld als Kellnerin in einem Restaurant zu verdienen, in dem auch ihre puertoricanische Freundin Lisa als Köchin arbeitet. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen, als sie von ihrem Vater Hans besucht wird, der als bayrisches Urviech mit einem Beutel voller Weißwürste in New York auftaucht. Vicky muß sich etwas einfallen lassen. Ihren schwulen Mitbewohner Ben gibt sie als ihren Ehemann aus und spielt ihrem Vater die Rolle der erfolgreichen Schauspielerin vor. Während Vicky sich immer mehr in Täuschungsmanöver verstrickt und einen geheimnisvollen Fremden kennenlernt, erkundet Hans die New Yorker Subkultur auf eigene Faust. Von einem schamanischen Fakir erfährt er, wie er seine Schlaflosigkeit loswerden kann, und er begegnet der charmanten Porno-Queen Annie Sprinkle.

Gendernauts – eine Reise ins Land der Neuen Geschlechter – A Journey through Shifting Identities D 1999, 86 min, Farbe, OmU, Buch, Regie und Produktion: Monika Treut Mit: Sandy Stone, Stafford, Max Wolf Valerio, Susan Stryker, Hida Viloria, Annie Sprinkle, Texas Tomboy, Jordy Jones.

Gendernauts erforscht das Leben zwischen den binären Polen von Gender Identität.
Ort: San Francisco, Zeit: am Ende des 20sten Jahrhunderts. Der Film zeigt Gender*Mixer und sexuelle Cyborgs, die ihre Körper mit Hilfe neuer Technologien und Biochemie verändern und damit die Identität von männlich und weiblich in Frage stellen. Auf die Frage: Sind Sie ein Mann oder eine Frau? antworten die Gendernauten mit „Ja“. Wie die Kosmonauten durch das Weltall und die Cybernauten durch die Netzkultur, so reisen die Gendernauten durch die vielfältigen Welten der Geschlechter.

Von Mädchen und Pferden D 2014, 85 min, Farbe, HD, 5.1, Buch, Regie und Co-Produktion: Monika Treut, Co-Produktion: Björn Koll. Mit Ceci Chuh, Alissa Wilms, Vanida Karun, Ellen Grell,
Eine Co-Produktion von Hyena Films mit Edition Salzgeber.


Alex, eine 16-jährige Schulabbrecherin, wird von ihrer Adoptivmutter zu einem Praktikum auf einem Pferdehof in der Nähe der Nordsee abgeschoben. Ihre Ausbilderin ist Nina, Anfang 30, die sich eine Auszeit vom Stadtleben und ihrer Partnerin Christine nimmt. Eines Tages erscheint Kathy, 16, als Feriengast mit ihrem eigenen Pferd. Kathy ist eine gute Reiterin, aber sie ist auch ein sensibles, einsames Mädchen, das ihre Identität sucht. Langsam entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Alex und Kathy. Die sinnliche Ausstrahlung der Pferde ist das Medium, in dem sich die jungen Frauen treffen können. Eine Coming-of-Age-story, eine Liebesgeschichte zwischen Pferden, Frauen und Mädchen.