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INVASION - das Argentinische Filmfestival


  • Wolf Kino 59 Weserstraße Berlin, Berlin, 12045 Germany (map)

INVASION is back in Berlin! After having toured around Germany (Filmmuseum München, Kinemathek Karlsruhe, Caligari Kino Wiesbaden) with a selection of directorial debuts by young & talented Argentine women, we are delighted to show these wonderful films to the Berlin audience.

We would like to invite you all to join us for amazing films and the opening party!

All films are in Spanish with English subtitles Tickets 8€ (7€ reduziert) Festival Pass: 25€

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This year the Filmfestival is held at Wolf in Neukölln Presented thanks to: Berliner Senat & Embassy of Argentina
INVASION, das argentinische Filmfestival was founded in 2014 and brings once a year the best of Argentine contemporary cinema to Berlin.


Freitag 9.11.

19:00 El Futuro que Viene (Die kommende Zukunft) | Argentinien 2017 | R+B: Constanza Novick | K: Julián Apezteguia | S: Rosario Suárez, Gonzalo del Val | D: Dolores Fonzi, Pilar Gamboa, Jose María Yazpik, Valeria Lois, Flor Dyszel, Charo Dolz Doval, Victoria Parrado, Esteban Bigliardi, Federico León | P: 4L, Picnic, HD Argentina | 84 min | OmeU

Als Porträt einer lang andauernden Freundschaft lotet El Futuro que Viene die komplexen und oft verwickelten Verhältnisse von Frauen aus: zu ihren Kindern, den Eltern, ihren Partnerschaften und, vor allem, zwischen ihnen selbst. Der Blick von Constanza Novick auf diese Beziehungen ist intelligent und ehrlich sowie unschuldig und witzig zugleich. Dabei erzeugt sie Empathie und Komplizenschaft, ohne in Gemeinplätze oder einfache Lösungsvorschläge zu verfallen.

20:30 Party in the Wolf bar! (DJ + Tapas + Vinos argentinos)

Samstag 10.11

17:00 El Futuro Perfecto (Das Futurperfekt) | Argentinien 2016 | R+B: Nele Wohlatz | K: Roman Kasseroller, Agustina San Martín | S: Ana Godoy | M: Federico Orio | D: Xiaobin Zhang, Saroj Kumar Malik, Mian Jiang, Dong Xi Wang, Nahuel Pérez Biscayart | P: Murillo Cine  | 65 min | OmeU

Nele Wohlatz ist eine deutsche Regisseurin, die mit geringen Spanischkenntnissen nach Argentinien kommt. Um zu überleben gibt sie Deutschunterricht an einem Sprachzentrum. Dort lernt sie Zhang Xiaobin kennen, eine siebzehnjährige Chinesin, die genau wie sie nach Argentinien kam, ohne die Sprache zu sprechen. Wittgenstein hat einmal gesagt, dass die Welt nicht aus Dingen wie Bäumen, Personen oder Tieren besteht, sondern aus Tatsachen wie “der Schnee ist weiß” und “er hat es eilig”. Hierin scheint der Schlüssel zu El Futuro Perfecto zu liegen. Der Film zeigt Zhang Xiaobin bei Erlernen einer neuen Sprache, die Dinge wie Fenster, Tafel, Bauch, Räucherschinken bezeichnen und diese auch miteinander kombinieren kann: “Ist diese junge Frau Studentin?”, “Sie ist Krankenschwester”. In diesem Spiel mit der Sprache (gleichsam dem Spiel auf der chinesischen Holzblocktrommel, das im Film zu erleben ist) entfalten sich auf humorvolle Weise mögliche und konditionale Universen - das Futurperfekt als perfekte Zukunftswelten.

19:00 Temporada de Caza (Jagdsaison) | Argentinien 2017 | R+B: Natalia Garagiola | K: Fernando Lockett | S: Gonazlo Tobal | M: Juan Tobal | D: Lautaro Bettoni, Germán Palacios, Boy Olmi, Rita Pauls | P: Rei Cine, Augenschein Filmproduktion | 105 min| OmU

Während eines Rugbyspiels einer Privatschule kommt es zu einer Prügelei zwischen Nahuel und einem Mitschüler. Diese erste Szene zeigt die Schlüsselelemente eines Films, in dem das Schweigen zwischen den Figuren vorherrscht: Die gute wirtschaftliche Situation des Protagonisten, die ihn nicht vor Gefühlen der Verzweiflung und Überforderung schützt; die Kamera, die den Mädchen vom Hockeyspiel nebenan hinterhereilt, die auf den Kampf zwischen den beiden Jungs aufmerksam geworden sind. Natalia Garagiola konstruiert mit großem Einfühlungsvermögen und Geschick ein Drama über Herkunft und Identität, in einer maskulinen Welt, spröde und roh, in der die Landschaft Patagoniens als eine weitere Figur erscheint.

21:00 La Larga Noche de Francisco Sanctis (Die lange Nacht von Francisco Sanctis) | Argentinien 2016 | R+B: Andrea Testa, Francisco Marquez | K: Federico Lastra | S: Lorena Moriconi | D: Diego Velázquez, Valeria Lois, Laura Paredes, Marcelo Subiotto, Rafael Federman | P: Pensar con las manos | 78 min | OmeU

Dieses intime und politische Drama begleitet Francisco Sanctis durch die Straßen von Buenos Aires, während er sich mit einem ethischen und moralischen Dilemma auseinandersetzen und eine folgenreiche Entscheidung treffen muss. Ihm wurde soeben die Information zugetragen, dass noch in der selben Nacht zwei Menschen von einem Militärkommando entführt werden sollen. Er ist der einzige, der die beiden retten kann, riskiert dabei aber auch sein eigenes Leben. In dem Maße, in dem sich sein Bewusstsein und seine Wahrnehmung verändern, verschärft sich auch das Ambiente und die Bedrohung nimmt eine mit allen Sinnen spürbare Omnipräsenz an. Durch die Bilder und Geräusche von Buenos Aires, das hier als düstere, ausgestorbene und einengende Stadt erscheint, überträgt sich die Panik der Figur auf die Zuschauer.

Sonntag 11.11.

17:00 La Ciénaga (Der Morast) | Argentinien 2001 | R+B: Lucrecia Martel | K: Hugo Colace | S: Santiago Ricci | D: Mercedes Morán, Graciela Borges, Martín, Adjemián, Leonora Balcarce, Silvia Baylé, Sofia Bertolotto, Juan Cruz Bordeau | P: Lita Stantic | 103 min | OmeU

Der Film beginnt mit einer Handvoll Erwachsener, die ausgestreckt an einem Swimmingpool liegen. Wir wissen nicht, ob sie betrunken sind, in der Sonne dösen oder die irgendwie benommene und zombiehafte Mittelschicht einer argentinischen Provinz bilden. Vielleicht alles zusammen. Wir wissen, dass sie durch eine Kamera gezeigt werden, die aufgrund ihrer Position dem neugierigen Blick eines Neun- oder Zehnjährigen ähnelt. Diese Kamerahöhe wird Lucrecia Martel von nun an in all ihren Filmen beibehalten. Laut Regisseurin, handelt es sich dabei um “eine wenig moralische und sehr neugierige Einstellung”. Mecha, dargestellt von der berühmten argentinischen Schauspielerin Graciela Borges, verbringt den Sommer in Salta mit Mann und Kindern. Der Alkohol befördert sie jeden Tag tiefer in die Depression. Jugendliche, Erwachsene und Kinder streunen durch die dichten Nebelwälder, wo nichts zu passieren scheint. Und doch entwickelt sich in der Tiefe der Bildebene, mittels der diversen Stimmen und Geschichten und unter Einsatz des Tons das narrative Geschehen -sinnlich und wild zugleich-, zu dem uns Martel erstmals mitnimmt.

19:00 + Skype Q&A mit Regisseure Macarena Albalustri + Tomás Dotta
Ensayo de Despedida (Abschieds-Essay) | Argentinien 2016 | R: Macarena Albalustri | B: Macarena Albalustri, Tomás Dotta | K: Tebbe Schöningh| S: Iara Rodríguez Vilardebó | M: Odín Schwartz | P: Trece Almas cine | 79 min | OmeU

Wäre es sinnvoll, eine klare Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm zu ziehen, täte man dies, um genau über jene Begrenzung zu sprechen, die heutzutage am Zerbrechen ist. Macarena Albatustri folgt mit ihrem Debüt einer Reihe von Dokumentarfilmen, die Albertina Carri mit Los rubios eröffnet hat. In beiden Fällen katapultiert die Leere, die der Tod hinterlässt, die Protagonistin-Regisseurin auf eine äußerst persönliche Reise hin zur Rekonstruktion ihrer verstorbenen Eltern (oder wenigstens einer Fährte von ihnen) und damit einhergehend zu ihrer eigenen Identität. Wie auf einer verzweifelten, aber intelligenten Schatzsuche finden sich Spuren von Albatustris Mutter in den Familienvideos anderer Familien (die eigene besitzt keine Videos), auf Fotos von Menschen, die sich am Flughafen umarmen, in den wenigen Sekunden eines Hochzeitsvideos, das sie ein ums andere Mal abspielt und an einer bestimmten Stelle anhält, um das einzige Bild ihrer Mutter möglichst festzuhalten. In diesem Spiel, das sich in bewusst fiktiven Materialien und Registern offenbart, tritt schließlich die Verbindung zwischen Mutter und Tochter klarer zutage. Damit keimt gleichzeitig der Verdacht auf, dass sich die Wahrheit nur durch ihre Abbildung enthüllen lässt.

21:00 Cetáceos (Wale) | Argentinien 2017 | R+B: Florencia Percia | K: Lucio Bonelli | M: Matteo Carbone | D: Elisa Carricajo, Rafael Spregelburg, Susana Pampín, Esteban Bigliardi, Carla Crespo | 77 min | OmeU

Wer hat nicht schon mal, wenn auch nur für einen Augenblick, das Gefühl erlebt, das Leben liefe im Autopilot ab? Als würden die Dinge ohne unser Eingreifen oder Teilnahme geschehen? Genau das passiert der Protagonistin in Cetáceos. Die junge Frau verbringt einige Tage in Abwesenheit ihres Partners. Diese Zeit des zufälligen Alleinseins setzt heikle Freiräume in ihr frei: Sie kommt auf neue Ideen, neue Gesten, improvisierte Planänderungen, die sie unerwartet überfallen und sie selbst überraschen, wie eine Touristin in ihrem eigenen Leben. Der Film zeigt diesen Übergang, von der häufig übermäßig irdischen Existenz zum Meeressäuger, zu einem Geheimnis über den Menschen aus der See.

Festival Passes can be bought at Wolf

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