Back to All Events

10. ALFILM Festival


  • Wolf 59 Weserstraße Berlin, Berlin, 12045 Germany (map)

Das 10. ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin präsentiert in seiner Jubiläumsausgabe künstlerisch anspruchsvolles Kino mit aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen, sowie auch Animationsfilmen. Zwischen Europa und der arabischen Region reflektieren die Filme individuelle Schicksale und historische Einschnitte, und stellen Fragen nach Zukunft und Selbstverwirklichung.

Das Wolf Kino kann dieses Jahr mit spannenden Dokumentationen auswarten. CHAOS betrachtet die Lebensgeschichten dreier Frauen im heute, während ERASED, ____ ASCENT OF THE INVISIBLE eine Brücke zwischen Vermissten in der Vergangenheit und Zukunft schlägt. SAMOUNI ROAD ist ein die Dokumentation einer Familie zwischen Exil und Erinnerung. PANOPTIC nimmt die Zuschauer mit auf eine audio-visuelle Reise durch die jüngere Geschichte des Libanons. Des Weiteren sind zwei Familienfilme vertreten, zum einen das Drama THE SWING und zum anderen die schwarze Komödie AMRA AND THE SECOND MARRIAGE.

CHAOS_06_©Sara Fattahi.jpg

Do 4.4 19:00
CHAOS
Regie:Sara Fattahi, AU/SY/LB/QA 2018, 95 Min., OmeU Arab./Dt. mit en. UT

Sara Fattahis zweiter Langfilm ist eine poetische Reflexion über Exil, Kunst und Schmerz, die sich elliptisch den Geschichten dreier syrischer Frauen annähert, deren Leben durch den Bürgerkrieg in Syrien aus den Angeln gehoben wurde. Eine Mutter isoliert sich nach der Ermordung ihres Sohnes in ihrer Wohnung in Damaskus. Eine andere Frau flüchtet nach Schweden, wo sie ihre Traumata und Ängste in Collagen verarbeitet. Die dritte ist die Filmemacherin selbst, die darum ringt, in der Fremde ihren Platz zu finden und mit Ingeborg Bachmann in einen unmöglichen Dialog über Krieg und Frieden tritt.

Amra_and_the_Second_Marriage_02_©ALFILM.jpg

Fr 5.4. 19:00
AMRA AND THE SECOND WEDDING
Regie: Mahmoud Sabbagh, Saudi Arabien 2018, 96 Min., OmeU Arab. mit en. UT

In dieser schwarzen Komödie steht Hausfrau Amra ihrem Ehemann als devote Partnerin zur Seite. Trotz stetig schwindendem Haushaltsbudgets versorgt sie die nörgelnden Töchter und ihre kranke Mutter, doch die unverzeihliche Schande ist trotz inbrünstiger Gebete nicht wieder gut zu machen – sie hat ihrem Mann keinen Sohn geboren. Als der kurz vor der Pensionierung stehende Gatte daher eine jüngere Zweitfrau ehelichen möchte, keimt in Amra der Wunsch nach Rache. Der verwitwete, gut aussehende Nachbar kommt da gerade recht. Auch in seinem zweiten Langfilm nimmt Sabbagh saudische Beziehungsarrangements aufs Korn.

The_Tower_07_©ALFILM.jpg

Sa 6.4. 16:00
THE TOWER
Regie: Mats Grorud, Frankreich/Norwegen/Schweden 2018, 80 Min., Arab. mit en. UT

Das Mädchen Wardi lebt mit ihrer Familie in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Beirut. Der geliebte Großvater erzählt oft von der Heimat in Palästina, und dem Haus mit dem wunderschönen Garten, aus dem die Familie vertrieben wurde. Noch heute trägt er den Schlüssel des Hauses stets mit sich. Wardi träumt davon, mit Großvater dahin zurückzukehren. Doch als er ihr eines Tages den Schlüssel zum Haus übergibt, fürchtet sie, er könnte alle Hoffnung auf Rückkehr verloren haben und sucht im Lager bei Familienmitgliedern und Freunden nach Hinweisen und Geschichten, die ihm neue Hoffnung geben könnten. Groruds liebevoll animierter Debütfilm basiert auf Gesprächen mit Bewohnern des Burj el-Barajneh Flüchtlingslagers. Empfohlen ab 14 Jahren.

Erased,_Ascent_of_the_Invisible_01_©ALFILM.jpg

Sa 6.4. 19:00
ERASED,__ASCENT OF THE INVISIBLE
Regie: Ghassan Halwani, Libanon 2018, 76 Min., OmeU Arab. mit en. UT

Vor 35 Jahren wurde in Beirut ein Mann entführt; seither ist er verschwunden. Vor 10 Jahren tauchte sein Gesicht auf der Straße wieder auf, doch war es derselbe Mann? Regisseur Halwani begibt sich in seinem Debütfilm mit verschiedenen künstlerischen und investigativen Mitteln auf eine forensische Spurensuche, und legt an Wänden, Dokumenten und in der städtischen Architektur Schicht für Schicht die dunkelsten Kapitel der libanesischen Geschichte frei. Auf der Suche nach dem Entführten von damals, dessen Anblick ihn bis heute verfolgt, findet er die Geister von anderen „Verschwundenen“ und stellt Fragen nach Wahrheit und Aufarbeitung heute.

Samouni_Road_02_©ALFILM.jpg

Sonntag 7.4. 16:00
SAMOUNI ROAD
Regie: Stefano Savona, Frankreich/Italien 2018, 129 Min., OmeU Arab. mit en. UT

Wie soll man die eigene Geschichte erzählen? Das Mädchen Amal ist keine gute Erzählerin, behauptet sie. Doch führt sie uns durch die Geschichte ihrer Familie. Die Samounis leben seit Generationen an den Außenbezirken von Gaza Stadt, wo sie weite Ländereien bewirtschafteten. Während der Operation „Cast Lead“ 2008/09 wurden 29 Mitglieder der Familie durch eine israelische Militäreinheit ermordet, die Häuser und Felder der Samounis zerstört. Amal selbst wurde ebenfalls zunächst für tot gehalten. Es folgt der mühsame Kampf um den Wiederaufbau nicht nur der eigenen Existenz, sondern auch der Erinnerung und der eigenen Geschichte. In zurückhaltenden Beobachtungen und eindringlichen Animationen macht Savona das Trauma einer Familie deutlich, der Ungeheuerliches geschah.

dreamaway.png

So 7.4. 19:00
DREAMAWAY
Regie: Marouan Omara & Johanna Domke, Deutschland/Ägypten 2018, 86 Min., OmeU Arab. mit en. UT

Seit die Touristen im Zuge des arabischen Frühlings weg blieben, leben die Angestellten eines der vielen Luxushotels in Sharm el-Sheikh wie in einem Vakuum. Die ehemals florierende Oase am Roten Meer ist heute weitgehend leer gefegt, und dennoch müssen sie an einem der künstlichsten Orte der Welt bei reduziertem Gehalt weiter Animator, Zimmermädchen und DJ spielen, als wäre nichts gewesen. Die ökonomische Krise erlaubt den jungen Ägyptern kaum Träume, und die Orientträume der Touristen sind inszeniert. In die existentielle Verlassenheit dieses artifiziellen Habitats mischen sich surreale Elemente, die die Grenze zwischen Imagination und Wirklichkeit immer weiter verwischen.

Traumasäume Mennah Elatroush Alter Mann im Stuhl_©ALFILM.png

Do 8.4. 19:00
lab/p 3 - poetry in motion - identity
6 experimentelle Kurzfilme, die von Autor*innen und Filmemacher*innen aus Ägypten und Deutschland entwickelt wurden. Produziert von OSTPOL e.V. Leipzig und Fig Leaf Studios Alexandria - ein Diskurs über Identität und spannender Einblick in Filmästhetik sowie zeitgenössische Lyrik beider Länder.

Mit Unterstützung von Mitteldeutsche Medienförderung, Goethe-Institut Alexandria, Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, Kulturstiftung des Freistaats Sachsen. In Kooperation mit ALFILM - Arabisches Filmfestival Berlin, Bauhaus Universität Weimar, Deutsches Literaturinstitut/ Leipzig Universität und Poetryfilm Kanal Weimar..

Traumasäume
Regie: Mennah El-Atroush, Autor: Dennis Trendelberend, Ägypten/Deutschland 2019, 3 Min., OmeU Dt. mit en. UT
Ein alt gewordener, demenzkranker Mann versucht sich ein Trauma seiner Kindheit zu vergegenwärtigen. Wie weit reicht seine Erinnerung dabei? Wer ist er eigentlich - noch?

Dünenmeer
Regie: Nissmah Roshdy, Autor: Mario Osterland, Ägypten/Deutschland 2019, 3 Min., OmeU Dt. mit en. UT
In der Wüste, nahe der Oase Siwa, erlebt ein Reisender Momente der Gleichzeitigkeit verschiedener Kulturen und historischer Epochen, als er sich fragt, ob seine Reise vorherbestimmt war.

Gesichter brennen
Regie: Ahmed Hamed, Autorin: Özlem Özgül Dündar, Ägypten/Deutschland 2019, 6 Min., OmeU Dt. mit en. UT
Unser Ort ist in Flammen und wir sind mit ihm in Flammen. Wenn das, was wir sind, nicht mehr ist und eine ewige Suche beginnt – nach dem wer wir sind, wo wir stehen und wohin wir gehen sollen.

Anrecht auf Zerfall
Regie: Rika Tarigan, Autorin: Yara Mahmoud Ahmed, Ägypten/Deutschland 2019, 3 Min., Arab. mit en. UT
Ein Film, der die Kämpfe eines Körpers - gequält von Depressionen und Angstzuständen - zeigt. Er erforscht, wie wir uns durch die Schwere von emotionalem und psychischem Stress navigieren. Der Versuch, zu einem imaginären Zufluchtsort von von Worten, Sprache und Bildern zu entkommen.

SKY
Regie: Alina Cyrank, Autorin: Yara Aly, Ägypten/Deutschland 2019, 3 Min., OmU Engl. mit ar. UT
Ein Kreislauf von Unantastbarkeit, Unendlichkeit, Immaterialität, Verträumtheit und Weite. SKY ist ein Porträt einer vorsichtigen Annäherung zwischen Himmel und Seele, das an einem Ende beginnt und am anderen endet.

SEA
Regie: Geeske Janßen, Autorin: Yara Aly, Ägypten/Deutschland 2019, 3 Min., OmU Engl. mit ar. UT
Unendlichkeit ist die Definition von einem Meer voller Möglichkeiten: ein traumähnlicher Zustand, erfüllt von Erinnerungen, die an der Oberfläche treiben, wo sich Paradoxe treffen.

panoptic.jpeg

Mo 8.4. 21:00
PANOPTIC
Regie: Rana Eid, Libanon 2017, 69 Min., OmeU Arab. mit en. UT

Das Regiedebüt der Sounddesignerin Rana Eid ist eine Reise ins Herz der Finsternis Beiruts - eine audiovisuelle Exploration extremer Gegensätze zwischen Geschichte und Moderne, glitzernder Oberfläche und Unterwelt. Ein Brief an den verstorbenen Vater ist der Versuch, sich mit der Vergangenheit zu versöhnen und den eigenen psychosomatischen Auswirkungen der schizophrenen Geschichte des Landes. Aus Untergrundgefängnissen, Bunkern und versteckten Gebetsräumen dringt der babylonische Klang von dissonanten Erzählungen an die Oberfläche, in die der Brief einer Filmemacherin Ordnung zu bringen versucht.

Sheikh's_Watermelons_02_©ALFILM.jpg

Dienstag 9.4. 19:00
ALFILM Shorts
In ihrer Vielfalt an Genres, Ländern und Milieus zeigen die Kurzfilme die Ambivalenzen des Lebens in Alltag und Grenzsituationen, die Fragilität von politischen und existentiellen Sicherheiten.

A Wedding Day
Regie: Elias Belkeddar, Algerien 2018, 15 Min., OmeU Arab. mit en. UT
Ein alternder Gangster im Exil in Algier treibt melancholisch zwischen faszinierenden Frauen, kriminellen Geschäften und der Langeweile seines Daseins dahin.

Son of a Dancer
Regie: Georges Hazim, Libanon 2018, 21 Min., OmeU Arab. mit en. UT
Majed trauert um seine gerade verstorbene Mutter, während sein Vater aufgrund von Schuldgefühlen verstummt ist. Als er herausfindet, dass die geliebte Mutter früher Bauchtänzerin war, eröffnet die Verbindung zu ihrer Vergangenheit ungeahnte Möglichkeiten.

Sheikh’s Watermelons
Regie: Kaouther Ben Hania, Tunesien/Frankreich 2018, 23 Min., OmeU Arab. mit en. UT
Der Imam einer kleinen Gemeinde stimmt aus Mitleid der Beerdigung einer hoch verschuldeten Unbekannten zu. Er ahnt nicht, dass er damit eine feindliche Übernahme begünstigt, wobei Wassermelonen eine entscheidende Rolle spielen.

The Crossing
Regie: Ameen Nayfeh, Palästina 2017, 11 Min., OmeU Arab. mit en. UT
Shady und seine Schwester Maryam haben endlich die Genehmigung erhalten, den kranken Großvater auf der anderen Seite der Mauer zu besuchen. Am Checkpoint angelangt, wird klar, dass eine Genehmigung für ein Wiedersehen nicht immer ausreicht.

I Signed the Petition
Regie: Mahdi Fleifel, Großbritannien/Deutschland/Schweiz 2018, 10 Min., OV Engl.
Nachdem er eine Online-Petition unterzeichnet hat, versinkt ein Mann in einer Spirale von Selbstzweifeln. Ein Gespräch mit einem Freund hilft ihm, seine Motive zu analysieren und die Hintergründe seiner Entscheidung zu verstehen.

Yasmina
Regie: Ali Esmili, Marokko/Frankreich 2018, 22 Min., OmeU Franz./Arab. mit en. UT
Die 15-jährige Yasmina ist eine talentierte Fußballerin und hat große Pläne. Als ein Talentscout zu einem wichtigen Match anreist, sieht sich das Mädchen plötzlich damit konfrontiert, dass sie und ihr Vater keinen legalen Aufenthaltsstatus in Frankreich haben.

theswing.jpg

Di 9.4. 21:00
THE SWING
Regie: Cyril Aris, LB 2018, 74 Min., OmeU Arab./Frz./Ital. mit en. UT

Das Leben von Antoine hängt am seidenen Faden. An seinem 90. Geburtstag versammelt sich die gesamte Familie um den eloquenten und lebenslustigen Patriarchen zu feiern. Doch nichts wünscht sich Antoine mehr, als seine geliebte Tochter wieder zu sehen, die er seit Monaten auf Reisen in Südamerika glaubt. Denn keiner der Anwesenden traut sich dem geschwächten Herzen Antoines die furchtbare Wahrheit zuzumuten. Ehefrau Viviane an seiner Seite muss den eigenen Gram hinter einem Lächeln und belanglosem Smalltalk verbergen. Der feinfühlige Debütfilm erkundet die Mechanismen einer Familie und Gesellschaft, die sich aus Furcht vor größerem Schmerz nicht gestattet, zu trauern.

prodigal son.jpg

Mi 10.4. 19:00
THE RETURN OF THE PRODIGAL SON
Regie: Youssef Chahine, Ägypten 1976, 120 Min., Arab. mit dt. UT

Nachdem Ali aufgrund von politischen Aktivitäten mehr als 10 Jahre lang inhaftiert war, kehrt er an seinen Heimatort zurück. Seine Familie erwartet ihn sehnsüchtig in der Hoffnung, Ali könnte der Tyrannei seines älteren Bruders Tolba endlich Einhalt gebieten. Doch die Haft hat Ali gebrochen und Kampfgeist und Idealismus sind Konformismus und Trägheit gewichen. Sein Neffe Ibrahim dagegen rebelliert gegen die patriarchale Willkür und die Chancenungleichheit einer korrupten Gesellschaft und zieht die schöne Nachbarstochter, verkörpert von der berühmten libanesischen Sängerin Magida al-Rumi, auf seine Seite. Chahines faszinierende musikalische Tragödie ist eine bewegende Parabel auf den Zustand Ägyptens in den 70er Jahren.

Later Event: April 12
GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND