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Baby Wolfgang präsentiert: Die Wunde

  • Wolf 59 Weserstraße Berlin, Berlin, 12045 Germany (map)

Kinoprogramm für alle Mütter und Väter mit Babys, die trotz der Kleinen nicht auf das Kinoerlebnis verzichten möchten. 

Jeden Dienstag um 10:30 Uhr zeigt Baby Wolfgang aktuelle Kinofilme für Eltern und ihre Babys – Stillen und Schlafen ausdrücklich erwünscht! Dank reduzierter Lautstärke und gedimmter Beleuchtung sollen sich Eure Babys wohlfühlen. Abstellmöglichkeiten für Eure Kinderwägen sowie ein Wickeltisch sind vorhanden und nach der Vorstellung könnt Ihr Euch noch gemütlich ein Getränk in unserem schönen Café gönnen. Und sollte das eine oder andere Baby doch einmal unglücklich sein und während der Vorstellung schreien, haben die anderen Eltern dafür sicherlich Verständnis. 

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Am 19. Septembert um 10:30h zeigen wir DIE WUNDE. Regie: John Trengove, Darsteller: Nakhane Touré, Bongile Mantsai, Niza Jay Ncoyini u.a., Südafrika 2017, Xhosa/Afrikaans/Englisch mit deutschen Untertiteln

Eastern Cape in Südafrika. Xolani, ein stiller Fabrikarbeiter, reist in ein abgelegenes Camp in den Bergen, um als Mentor an einem uralten Beschneidungsritual der Xhosa teilzunehmen. Dabei soll er sich vor allem um Kwanda kümmern, einen rebellischen Teenager aus Johannesburg. Während Kwanda in einer Hütte auf die Heilung seiner Wunde wartet, trifft Xolani heimlich seinen alten Freund Vija wieder, einen verheirateten Mann, den er nur einmal im Jahr, am Rande des Rituals sieht. Wie immer haben die beiden wilden Sex, doch diesmal gesteht Xolani dem Freund auch seine Liebe. Als Kwanda, der selbst schwul ist, hinter das Geheimnis seiner Mentoren kommt, steht Xolani vor einer folgenschweren Entscheidung.

Bereits in seinem preisgekrönten Kurzfilm »Die Ziege« (2014) widmete sich Regisseur John Trengove dem Ukwaluka-Beschneidungsritus seiner südafrikanischen Heimat. In seinem Spielfilmdebüt DIE WUNDE bettet er darin die Geschichte einer schwulen Liebesbeziehung ein und bricht damit gleich zwei Tabus auf einmal: Bis heute wird in weiten Teilen der südafrikanischen Gesellschaft weder über Ukwaluka noch über Homosexualität offen gesprochen.

DIE WUNDE hatte seine Weltpremiere im Wettbewerb von Sundance und eröffnete zwei Wochen später das Panorama der diesjährigen Berlinale.

Ukwaluka ist ein traditionelles Beschneidungsritual zur Initiation junger Männer, das unter den Xhosa in Südafrika noch weit verbreitet ist. Zweimal im Jahr verlassen heranwachsende Männer ihre Gemeinschaften und leben in abgeschiedenen Camps, wo sie rituell beschnitten werden. Mehrere Wochen lang werden die Beschnittenen von jungen Männern aus ihren Gemeinschaften (soganennten Khankathas) gepflegt und betreut. Danach kehren sie nach Hause zurück und nehmen von da an die Rechte und Pflichten Erwachsener wahr. Die Praxis des Ukwaluka steht zunehmend in der Kritik, vor allem hinsichtlich ihrer Sicherheit und Relevanz. Nach wie vor ist sie jedoch ein Eckpfeiler der traditionellen Kultur der Xhosa und gilt als das wichtigste Ereignis im Leben eines Mannes.

Xhosa-Männern ist es eigentlich verboten, offen über ihre Erfahrungen mit Ukwaluka zu sprechen. Ausgerechnet Nelson Mandela brach bereits 1994 dieses Tabu und beschrieb seine Initiation in seiner Autobiografie »Der lange Weg zur Freiheit«. Das Ritual ist auch das Thema von »A Man Who Is Not A Man« (2009), dem Debütroman von Thando Mgqolozana, dem Co-Autor von DIE WUNDE.

Later Event: September 20
Kairo Koshary im Wolf!