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Baby Wolfgang präsentiert: Der lange Sommer der Theorie

  • Wolf 59 Weserstraße Berlin, Berlin, 12045 Germany (map)
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Kinoprogramm für alle Mütter und Väter mit Babys, die trotz der Kleinen nicht auf das Kinoerlebnis verzichten möchten. 

Jeden Dienstag um 10:30 Uhr zeigt Baby Wolfgang aktuelle Kinofilme für Eltern und ihre Babys – Stillen und Schlafen ausdrücklich erwünscht! Dank reduzierter Lautstärke und gedimmter Beleuchtung sollen sich Eure Babys wohlfühlen. Abstellmöglichkeiten für Eure Kinderwägen sowie ein Wickeltisch sind vorhanden und nach der Vorstellung könnt Ihr Euch noch gemütlich ein Getränk in unserem schönen Café gönnen. Und sollte das eine oder andere Baby doch einmal unglücklich sein und während der Vorstellung schreien, haben die anderen Eltern dafür sicherlich Verständnis. 

Am Dienstag, den 14. November um 10.30 Uhr zeigen wir DER LANGE SOMMER DER THEORIE von Irene von Alberti, mit Julia Zange, Katja Weilandt, Martina Schöne-Radunski, Deutschland 2017, 81 min, Deutsch mit englischen Untertiteln, FSK 0.

„Es kann nicht alles bleiben, wie es ist” – „Es darf nicht alles bleiben, wie es ist” stellen Martina, Katja und Nola zu Anfang des Films fest. Katja ist Schauspielerin, findet aber keine angemessenen Rollen. Martina ist Fotografin, hat aber keine Lust auf die Mode- oder Kunstwelt und Nola arbeitet an einem Film über den Zeitgeist, für den sie Berliner TheoretikerInnen interviewt. Ihre WG ist vom Immobilienwahn der Hauptstadt bedroht, um ihr Haus hinter dem Hauptbahnhof herum entsteht ein gespenstisches Neubauviertel: EuropaCity. Als Künstlerinnen leben sie „prekär”, wie man das so schön sagt. Was kann man da schon tun?

Es ist nicht leicht, heute noch politische Utopien aufzustellen, und viel schwieriger natürlich noch, sie zu leben. In Zeiten, in denen man gleichzeitig gegen Gentrifizierung kämpfen und sein Zimmer über Airbnb vermieten kann. Und ist der Traum von einem kollektiven Leben im Einklang und im Austausch mit Theorie nicht sowieso längst romantisch geworden?

Irene von Alberti jedenfalls geht sie an, die Utopie (und ja, sie ist natürlich auch eine feministische!) und setzt mit ordentlich Witz und Überzeugungskraft gegen den Verdruss. Ihr Film ist ein diskursiver Spielfilm, vielleicht sogar ein Stück Theater, aber lässt in die Geschichte der drei Mitbewohnerinnen auch die Interviews, die Nola führt, als Film im Film mit einfließen. So viel sei gesagt: Es lohnt sich allein schon für Nolas Theorie-Hosenanzug. Und natürlich für den männlichen Sexy Lamp Test.