KINO

Wolf möchte das Kino zu einer Traummaschine werden lassen, die unvergessliche Erinnerungen und Erlebnisse erzeugt – sowohl echte als auch imaginäre. Unsere zwei maßgeschneiderten Kinosäle wurden in enger Zusammenarbeit mit Filmmachern geplant und gebaut, um sicherzustellen, dass die Bild- und Tonqualität sowie die Akustik der harten Arbeit gerecht wird, die hinter der Produktion eines Films steckt.

BAR & CAFÉ

Die Wolf Café-Bar macht morgens um 10 Uhr auf und bleibt bis spät in den Abend hinein offen. Es ist ein Ort, wo man sich mit oder ohne Filme treffen kann. Wir wollen hier viele inspirierende, ausschweifende, nüchterne, angetrunkene, alberne, ernste und unvergessliche Begegnungen ermöglichen. Die Bar hat eine Schanklizenz, die Kaffeemaschine wird mit feinen Espressobohnen gefüttert und wochentags zwischen 12 und 15 Uhr gibt es leckeren Mittagstisch von Köchin Machiko.

STUDIO

Das Wolf Studio befindet sich unter demselben Dach wie das Kino, ist aber durch einen separaten Eingang von der Straße aus zu erreichen. Es ist die linke Gehirnhälfte von Wolf, die die konventionellen Grenzen der Kinoleinwand testen und dehnen möchte. Das Studio ist ein vielseitig einsetzbarer, sich ständig verändernder und veränderbarer Raum für Filmvorführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen; das hiesige Programm befasst sich mit allen Aspekten des bewegten Bildes, seien diese nun analog oder digital, virtuell oder hyperreal. Die Multifunktionalität des Studios schließt auch Ausstellungen, Installationen und Live-Performances mit ein. Wolf bietet regelmäßig Workshops und Diskussionen an und erschafft damit einen Raum, wo Filmvermittlung, -bildung, -theorie und -praxis aufeinandertreffen und verbunden werden – wo sich Filmneugierige und Filmexperten treffen und austauschen.

POSTPRODUKTION

Die Postproduktionsräume sind noch im Ausbau und werden später dieses Jahr aufmachen.

 

Die Geschichte eines jungen WOLFes

Uli Kohl

Eine Menge ist passiert zwischen dem 20. Dezember 2011, dem Tag an dem Verena zum ersten Mal das zukünftige Wolfsgebäude betrat und dem Tag unserer offiziellen Eröffnung am 25. Februar - eine Menge, die den Weg vom leerstehenden und bröckelnden Raum zu einem Kino bereitet hat. Diese Jahre waren voll von unglaublicher Energie, anhaltender Unterstützung und Engagement zahlloser Menschen, deren kombinierte Anstrengungen Wolf in die Realität katapultierten.

Der Erfolg der Crowdfunding Kampagne, die von Februar bis April 2015 lief, wirkt auch nach zwei Jahren und etwas Abstand immer noch wie eine große Überraschung auf uns. Der Enthusiasmus der uns entgegen gebracht wurde, sowohl vor Ort in Berlin als auch international, war uns sehr willkommen aber kam auch völlig unerwartet. Ich glaube das war für uns alle der Auslöser, die Bauarbeiten mit absoluter Determiniertheit und Fokus aufzunehmen; es gab uns das Gefühl, dass unsere innige Überzeugung, die wir bis zu diesem Punkt noch nicht an der Realität hatten testen können, dass nämlich Kino auch anders gemacht werden kann, bei den Leuten ankam und für viele Sinn machte. Es zeigte uns eindeutig, dass Leute Lust auf eine alternative Art des Kinoerlebnisses hatten.

Verena von Stackelberg

Die Bauarbeiten begannen im August 2015 und erforderten einen kompletten Umbau der Innenräume. All denjenigen, die uns während der zweimonatigen Crowdfunding Phase besucht haben, wird der baufällige Zustand des Gebäudes nicht entgangen sein. Ein Zustand, der - obwohl wir nach wie vor eine gewisse Verbundenheit zu dem damaligen Aussehen empfinden - in keinster Weise unseren Bedürfnissen gerecht werden konnte. Löcher in der Decke, unebene Holzböden und Wände, die eher als Fenster durchgingen hatten einen gewissen Charme, aber waren nicht gerade die Grundzutaten eines voll funktionsfähigen Kinos. Der Umstand, dass wir uns mitten in einer Wohngegend befanden, bedeutete, dass Lärm eine große Rolle spielte und hatte zur Folge, dass wir unsere Kinosäle und den Café-Bereich schalldicht ausbauen mussten.

Wolf fand sein Zuhause im Erdgeschoss eines Wohnhauses an der Kreuzung von Wildenbruch- und Weserstraße, zwei belebte Neuköllner Strassen. Das Erdgeschoss dieses Gebäudes stand mehrere Jahre lang leer bevor wir mit den Renovierungsarbeiten anfangen konnten. Die Räume hatten bereits vor Wolfs Einzug auf eine lange und interessante Zeit zurückblicken können. Soweit wir wissen gingen uns ein Buchbinder, ein Waschsalon, eine Bäckerei mit dem Namen “Wolf Gramm” (ein lustiger Zufall der uns erst erzählt wurde als Wolf schon lange Wolf hieß), ein Tabakladen und ein Bordell voraus. Es ist immer schön mehr von der Geschichte des Hauses zu erfahren, wenn du das also liest und zufällig etwas teilen kannst, teile es bitte sehr gerne mit uns. 

Verena von Stackelberg

Als die Arbeiten anfingen, fanden wir wo man hinsah Erinnerungen an die vorigen Bewohner. Von den getönten Fenstern bis hin zu den in grellem Pink bemalten Wänden und, wie wir nach Baubeginn feststellten, einem riesigen Backofen, den die Bäckerei nutzte - eines der vielen Hindernisse, deren Beseitigung die Hilfe und Bemühungen vieler Menschen erforderlich machte. Nachdem der Ofen endlich weg war und wir die alten Holzdielen entfernt hatten, fanden wir im Zementboden Fußabdrücke eines ehemaligen Bewohners. Einer der Bauarbeiter sagte uns, er schätze das Alter der Spuren auf circa 100 Jahre.

Verena von Stackelberg

Ich bin mir sicher, ihr könnt euch die darauf folgenden Aufgaben vorstellen. Elektroarbeiten, Wände abreißen und neue aufbauen, neben vielen anderen Dingen; das alles wurde von einem Team einzigartiger Profis ausgeführt. Darüber hinaus musste gestrichen, aufgeräumt und geputzt werden und dergleichen mehr, was von einer Truppe enthusiastischer freiwilliger Helfer und Mitarbeiter übernommen wurde.

Verena von Stackelberg

Verena von Stackelberg

Sehr früh während des Umbauprozesses hat das Adria Filmtheater, ein Kino im Westen Berlins, Kontakt zu uns aufgenommen und teilte uns mit, dass sie ihre Kinosessel austauschen würden. Wir stellten ein kleines Team zusammen, mieteten uns einen Transporter und rasten los um 100 Kinostühle abzuholen, die wir zu unserer großen Freude wunderbar plüsch, in strahlendem Rot und herausragendem Zustand vorfanden. Die Großzügigkeit des Adria brachte uns einen immensen Schritt vorwärts auf unserem Weg zum Aufbau des Wolf Kinos und es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl sich in die Sessel reinzusetzen, sobald sie in unseren Kinosälen eingebaut waren.

Die einzige Art, einen Eindruck der umfassenden Veränderung zu vermitteln, die das Gebäude in den letzten zwei Jahren erfahren hat, ist durch Bilder. Weiter unten könnt ihr Vorher-Nachher-Fotos sehen, die die enorme Transformation sichtbar machen, die nur möglich war dank der Hilfe und Unterstützung unseres weitreichenden Rudels von Wölfen, denen wir auf ewig dankbar sein werden und ohne die unser Traum vom Wolf Kino nie in Erfüllung gegangen wäre.

In Liebe,
Eure Wolfgang

von Kristofer Woods
Übersetzung Eva Kleer & Verena von Stackelberg