Film

Regie: Rainer Werner Fassbinder

mit Rainer Werner Fassbinder, Karlheinz Böhm, Ingrid Caven

BRD 1975, 123 Min, Deutsch mit englischen Untertiteln

Political Fassbinder: Faustrecht der Freiheit

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In der Filmreihe POLITICAL FASSBINDER geht es um die Wiederbegegnung mit einem jungen, politischen Künstler. Wie setzen sich nachfolgende Generationen zu Fassbinders filmischen Vermächtnis und der Wahl seiner künstlerischen Mittel in Beziehung?
Die insgesamt sechs Filme, darunter mehrere Klassiker, werden im Wolf Kino je zweimal gezeigt. Bei der ersten Vorführung wird jeweils ein/e Pate/in zugegen sein – junge Filmschaffende, die großteils nach Fassbinders Tod geboren wurden – um den Film aus heutiger Sicht zu betrachten und gemeinsam mit dem Publikum neu zu entdecken.

Sonntag 27.11., 18 Uhr & Sonntag 4.12., 15 Uhr: Faustrecht der Freiheit
Zu Gast am 4.12.: Toby Ashraf

Ein junger Mann aus der Arbeiterklasse gewinnt in der Lotterie und lässt sich daraufhin mit einem Mann ein, der im sozialen Ansehen eigentlich weit über ihm steht…
Rainer Werner Fassbinder spielt den schwulen Proletarier, der an der Blasiertheit einer homosexuellen Mittelklassewelt zerbricht. In diesem herausragenden Werk spiegeln sich verschiedene Befindlichkeiten der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft auf eindringliche Weise: Die Wirtschaftswunder-Gewinner pflegen ein reaktionäres Gehabe, auch wenn es sich bei ihnen um Homosexuelle handelt: unpolitisch opportunistisch und kalt wie Eis. Gleichzeitig der Glaube an gesellschaftlichen Aufstieg, der Wunsch der Homosexuellen, dazuzugehören – Kameramann Michael Ballhaus findet für das bedrückende Szenario verlogenen Verhaltens Kinobilder, die zum Besten gehören, was das deutsche Nachkriegskino geschaffen hat.

Toby Ashraf (Jahrgang 1982) ist Filmkurator und Filmjournalist. Er schreibt u.a. für die taz, Sissy und Stil in Berlin und arbeitet als Moderator für die Berlinale. 2014 gründete er das Berlin Art Film Festival und gewann 2015 den Siegfried-Kracauer-Preis für beste Filmrezension. 2016-17 organisierte er die queere Filmreihe „CIMA Berlin“ mit Live-Übersetzung auf arabisch für Flüchtlinge. Er spielt auch in mehreren Filmen mit, u.a., Der lange Sommer der Theorie von Irene von Alberti und Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes (2017) von Julian Radlmaier. Schwerpunkt seiner Arbeit sind queere und feministische Ansätze im Film und in der Kultur.

Auf der solidarischen VoD-Plattform Cinemalovers bieten wir unter WOLF IN SPACE ein wechselndes Filmprogramm zum Streamen an.

Die Filme können zu moderaten Preisen einzeln geliehen oder unbegrenzt mit unserer WOLF-Mitgliedschaft gesichtet werden. Die Mitgliedschaft berechtigt zusätzlich zum ermäßigten Eintritt ins Kino und kostet 30€/Jahr.**

Zusätzlich sind wir Teil vom INDIEKINO CLUB, einem Verbund von zehn Berliner Programmkinos. Auf der gemeinsamen Plattform INDIEKINOCLUB - ebenfalls bei Cinemaloves - können Mitglieder online ausgewählte Arthouse- und Indie-Filme nach Belieben streamen. Darüber hinaus erhalten sie mit ihrer ClubCard ermäßigten Eintritt in allen teilnehmenden Kinos. Die Club-Mitgliedschaft kostet 60€ pro Jahr.