Wolf Edition 2 Workshop

Wolf Edition 2 Workshop on DIY Distribution

Wolf Edition 2 Workshop on DIY Distribution

 WOLF EDITION 2 – SEHGEWOHNHEITEN

Zur Teilnahme: Schreibt uns an rudel@wolfberlin.org und erklärt in ein paar Sätzen warum ihr

dabei sein wollt. Der Workshop kostet insgesamt €50 inkl. Filme & 2x Mittagstisch von

Machikos japanischer Küche im Wolf.

Programm Teil 1:

 PREVIEW von IN DEN LETZTEN TAGEN DER STADT

15.07. Samstag / 16 Uhr / Wolf Kinosaal 1

Wir zeigen IN DEN LETZTEN TAGEN DER STADT (OmEU) als Preview im Wolf. Regisseur Tamer

El Said sowie das Team vom Wolf werden anwesend sein, um anschließend an das Screening

das Workshopkonzept vorzustellen.

 WORKSHOPS

Der Einklang und Hauptteil des Workshops wird von Gareth Evans geleitet, genaue Details zu

diesem Teil s. Anhang. !

 25.07. Dienstag / 19.30 Uhr / Wolf Kinosaal 1

FURTHER BEYOND von Joe Lawlor und Christine Molloy, Irland, 89 mins, 2016

Öffentliche Filmvorführung und Lecture zum Thema Filmkuratierung präsentiert von Kurator

und Filmproduzent Gareth Evans (Whitechapel Gallery’s Adjunct Moving Image Curator, Co-

Kurator von Flipside Festival, Swedenborg Film Festival,Estuary 2018 und Whitstable

Biennale).

"Irish co-directors Joe Lawlor and Christine Molloy take their unique approach to cinema to the

next level with Further Beyond. An aptly titled work in every sense, this sui generis piece is by

turns an essay film in the tradition of Chris Marker (San Soleil) and Patrick Keiller (London), a

documentary, and a quirky drama about loss and exile. There’s moving footage of Lawlor’s late

mother whose life is sketched here, riffs on ideas about photography and representation found

in Susan Sontag and Walter Benjamin, and a series of cinematic “notes” or tests towards a

biopic about the 18th-century Irish adventurer Ambrose O’Higgins (played by Jose Miguel

Jimenez) that Lawlor and Molloy may or may not have ever intended to produce for real.

Exceedingly playful and intellectually stimulating, Further Beyond is not for lightweights. But

for those who care about film-making that pushes against what’s possible – and fundable – in

an age of cautious, cookie-cutter comic-book franchises and safe-bet awards bait, this is

essential viewing."

- Leslie Felperin, The Guardian

 26.07. Mittwoch / 10 bis 18 Uhr / Wolf Studio

9.30 Uhr: Ankommen

10 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 15 Uhr:

Gareth Evans präsentiert uns seine "Strategie für Filmverleih in einer veränderten Zeit: CARE“ und wird mit

den Workshop-Teilnehmern diskutieren, warum das etablierte Distributionsmodell nicht mehr für die Mehrheit

der Filme gilt. Er wird im Workshop ausarbeiten warum eine neue Art des Denkens darüber, was kulturelle

Produktion im Kino in einer globalisierten Welt mit vielfältigen Plattformen bedeutet, dringend notwendig ist.

16-18 Uhr:

Karin Chien von dGenerate Films präsentiert alternative und neue Modelle der Distribution in

China und Nordamerika.

 26.07. Mittwoch / 19.30 Uhr / Wolf Studio

Öffentliche Filmvorführung von PLAY ME SOMETHING von Timothy Neat, UK, 72 mins, 1989

"Novelist, poet, playwright, artist, critic and commentator, John Berger is something of a

Renaissance man. Here he adds a couple more strings to his bow, collaborating with director

Timothy Neat to bring one of his own short stories to the screen, and appearing in the film as

the mysterious storyteller: wandering across the sands in black suit and hat, suggesting both

an enigmatic man with no name drifted in from the Highlands and Orson Welles avuncular MC

in ‘F for Fake’. A story, he says, is like an open ticket, and so it is, as a handful of men and

women await the plane for Glasgow on the Hebridean isle of Barra, which boasts Britain’s only

tidal runway. Amongst them are visitors, a young woman (Tilda Swinton) setting off for a job

on the mainland, the locals who have charge of the airport and in their midst, Berger. Jaunty,

vibrant and expansive, he makes a mesmerizing storyteller, and his tale, on the face of it a

simple yarn of a peasant’s weekend trip to Venice, becomes a complex exploration of people

and places, factories and farms, sex, politics, musicways of being. The film quite naturally

takes on myriad textures: colour and black/white, 35mm and blown-up 16mm footage, and,

for the story within the story, still photographs by the exemplary Jean Mohr. Berger and Neat

have discovered that there is a useful application for post modernism after all, the better to tell

a tale."

- Tom Charity, from Time Out

 27.07. Donnerstag / 10 bis 16 Uhr / Wolf Studio

10 bis 13 Uhr:

Recap und Diskussion mit Verena von Stackelberg über Kinoprogrammierung,

Verleihstrategien und IN DEN LETZTEN TAGEN DER STADT.

14 bis 16 Uhr:

Jürgen Pohl (Salzgeber Filmverleih) gibt einen Einblick in die Welt des Filmverleihs.

 1. und 2.8. Dienstag & Mittwoch / 11 bis 15 Uhr / Wolf Studio

Die Workshopteilnehmer treffen sich und arbeiten alternative PR-Strategien für IN DEN

LETZTEN TAGEN DER STADT aus. Sie werden auch dazu aufgerufen, selber Veranstaltungen

um den Film herum zu organisieren. Diese können sich über den August und September, auch

während der Film in den deutschen Kinos angelaufen ist, erstrecken.

 WEITERE ÖFFENTLICHE VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN DES KINOSTARTS VON „IN

DEN LETZTEN TAGEN DER STADT“ IM AUGUST UND SEPTEMBER

 

 

ANHANG zum ersten Teil des Workshops von Gareth Evans:

GARETH EVANS: CARE – Eine Strategie für Filmverleih in einer veränderten Zeit

Wann werden wir von dem lernen, was geboren wird, anstatt von dem, was stirbt?

– Murray Bookchin

Das seit langem etablierte Distributionsmodell – die Reise von der Festivalpremiere hin zu

einem nationalen Kinostart, zur DVD/BluRay-Veröffentlichung und zur Fernsehausstrahlung –

gilt, das wissen wir seit langem, für die Mehrheit aller Filme nicht mehr. In finanzieller,

technischer, sozialer und politischer Hinsicht hat sich alles verändert. Eine neue Art des

Denkens darüber, was kulturelle Produktion im Kino in einer globalisierten Welt mit vielfältigen

Plattformen bedeutet, ist dringend notwendig.

Ein möglicher Weg nach vorne ist einer, der auf den ersten Blick einen Schritt zurück zu

machen scheint: Ein Schritt zurück zu den Quellen der Kreativität, der Gemeinschaften, der

Finanzierung und sogar der Sprache.

Kuratieren kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „für etwas sorgen“ (to care).

In diesem Kontext bedeutet kuratieren nicht nur die Zusammenstellung fertiger Arbeiten,

sondern die Beachtung, die dem gesamten Spektrum der Produktion gegeben wird, von der

Idee bis hin zum Publikum und darüber hinaus noch weiter bis zu den Wellen, die die

künstlerischen Werke an den Küsten der Welt heute schlagen, im Jetzt, in welcher

Größenordnung auch immer.

Die wichtigste Tugend, die man mit diesem neuen Modus – dem Modus, in dem man sich mit

den Herausforderungen und Erfolgsgeschichten der kollektiven und kreativen Produktion

auseinandersetzt – zeigen kann, ist Achtsamkeit.

Achtsamkeit ist die seltenste und reinste Form der Gro.zügigkeit. – Simone Weil

... die Achtsamkeit allen Aspekten des oben genannten Prozesses gegenüber.

Dieser Teil des Workshops streckt sich über einen Tag und ist flankiert von zwei

Filmveranstaltungen an zwei Abenden. Gareth Evans wird mit den Teilnehmern ausarbeiten wie

man diese bedeutsamen Fragen auf multiple Formen der filmischen Produktion beziehen kann,

von Kurzfilmen zu künstlerischen Videos zu Dokumentar- und Hybridformen, zu internationalen

und unabhängigen Kinofilmen. Mit Filmvorführungen, Diskussionen, Übungen und gutem

Beispiel voran widmen sich diese Stunden der Frage, wie man am besten seine kreativen,

emotionalen Lebensenergien auf Arbeit fokussieren kann, die in sich selbst Kraft genug hat,

etwas zu verändern.

Wirklich radikal zu sein bedeutet, Hoffnung zu ermöglichen, statt mit Verzweiflung zu

überzeugen – Raymond Williams

Weiter geht’s!