Neues vom Wolf & Filmwoche 27.4.

Liebste Wolfgang,

uff, uns ist noch ein bisschen schwindelig von all den Ereignissen im Wolf diese Woche - es gab Popmusik mit Bernadette La Hengst und Caroline Kirberg, einen ausgebuchten Workshop mit Tom Lass, Achtung Berlin und die Lola Filmpreisnominierungen waren zu Besuch und Josephine Decker's Virtual Reality Film hatte seine Premiere und wird bis Sonntag jeden Tag begierig betrachtet! Bevor nun nächste Woche Film Polska zu uns kommt, besinnen wir uns mit einem ausserordentlichen Kinostart mit Angela Schanelec's DER TRAUMHAFTE WEG ("selten hat das Bild so selbstbewusst seine eigene Sprache gebildet", so Toby Ashraf im Indiekino) und ja, wir haben uns hinreissen lassen und zeigen jetzt für alle Spätzünder MOONLIGHT auch im Wolf, inklusive in unserem Kinderwagenkino, dem Baby Wolfgang. Wobei wir unseren Lieblingen I AM NOT YOUR NEGRO und TIGER GIRL natürlich auch weiterhin treu bleiben. 

Auf bald,

Eure Wölfe


KINOPROGRAMM 27. APRIL BIS 3. MAI

DER TRAUMHAFTE WEG OmU, 12:00h, 20:20h
DER TRAUMHAFTE WEG OmEnU, 16:20h
I AM NOT YOUR NEGRO OmU, 14:00h, 18:30h (ausser Mi 3.5.), 20:30h (ausser Do 27.4. und ausser Mi 3.5. NUR am Mi 3.5. um 21:30h)
TIGER GIRL OmEnU, 14:20h, 16h, 18:20h (ausser Do 27.4.), 22:30h (ausser 3.5.)
MOONLIGHT OmU*, 12:10h, 22:20h 

LES SAUTEURS (THOSE WHO JUMP) OmEnU plus Filmgespräch mit Regisseur Moritz Siebert, präsentiert von und mit Master Sozial- & Kultur Anthropologie und Master Visual & Media Anthropology der Freien Universität Berlin auf Englisch, Mi 3.5. um 18:30h 

*Baby Wolfgang zeigt MOONLIGHT OmU (Kino für Eltern mit bis zu 12 Monate alten Babies), Di 2.5. um 10:20h 

Täglich von 12-18h bis Sonntag 30. April: THE NOTHING IS COMING
Ein 360° Virtual-Reality-Film by and with Josephine Decker
11 min, 2017
Vernissage Thursday 20th. April 2017, 18:00 hs.
Wolf Studio, Wildenbruchstrasse 6, 12045 Berlin
Exhibition dates and times: 21st. - 30th. April, 12:00 – 18:00 hs., except Sunday 23rd., 12:00 – 16:00 hs.
Admission free

NEU IM WOLF

DER TRAUMHAFTE WEG
Regie: Angela Schanelec. Deutschland, 2016. 86 Minuten. FSK 12.
Der neue Film von Angela Schanelec (Orly, Marseille, Mein langsames Leben)
Griechenland 1984. Kenneth, ein englischer Musiker, und Theres, eine junge Deutsche, singen auf der Straße, um sich ihre Ferien zu finanzieren. Sie lieben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass seine Mutter verunglückt ist, reist er überstürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewinnen, scheitert. 30 Jahre später, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschauspielerin, löst sich in einer Krise von ihrem Mann, einem erfolgreichen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von seinem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwischen in Berlin lebt. 

"Der traumhafte Weg" ist auf sehr sanfte Weise sehr radikal, mehr noch als Schanelecs bisherige Filme. Er schiebt zwei verschiedene Geschichten und Zeiten ganz unaufdringlich aneinander, kaum ineinander. Wer sich ihm überlässt, erlebt ihn wie einen Traum, der sich aus leise verrutschten Tagesresten entfaltet. (Ekkehard Knörer, Spiegel Online)
 

MOONLIGHT

Regie: Barry Jenkins. US, 2016. 111 Minuten. FSK 12. Englisch mit deutschen Untertiteln
MOONLIGHT erzählt die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. MOONLIGHT ist ein einzigartiges Stück Kino darüber, wie die Suche nach einem Platz in der Welt, unsere Umgebung, die eigene Familie und insbesondere die erste Liebe uns unser Leben lang prägen.
 
Mittwoch 3.5. um 18:30h
LES SAUTEURS (THOSE WHO JUMP) plus Filmgespräch
Regie:Moritz Siebert, Estephan Wagner, Abou Bakar Sidibé. Dänemark, 2016. 80 Minuten. Französchisch und Bambara mit englischen Untertiteln.

Vom Berg Gurugu blickt man auf die spanische Enklave Melilla an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Afrika und die Europäische Union werden hier durch eine hochgesicherte Grenzanlage, bestehend aus drei Zäunen, voneinander getrennt. In den Wäldern des Bergausläufers leben Geflüchtete, meist aus der Subsahara-Region, die versuchen, diese direkte Landgrenze zwischen Marokko und Spanien zu überqueren. So auch der Malier Abou Bakar Sidibé, der zugleich Protagonist und Dokumentierender in LES SAUTEURS ist.

Nach 14 Monaten im informellen Camp und mehreren gescheiterten Versuchen, das Zaunsystem zu überwinden, beginnt Abou zu filmen – seinen Alltag, die Umgebung, das zermürbende Warten auf den nächsten "Sprung". Er gibt Einblick in die soziale Organisation der Community und tristen Ausblick auf das vermeintliche Eldorado Europa. In LES SAUTEURS findet ein einzigartiger Perspektivenwechsel statt: Dem abstrakt anonymen Wärmebild der Überwachungskamera wird der subjektive Blick eines Individuums entgegengesetzt. Nach einer Begegnung mit Moritz Siebert und Estephan Wagner übernimmt Sidibé ihre Kamera. Unermüdlich dokumentiert er seine Lebensrealität am Rande einer abgeschotteten EU. (Forumskatalog, Caroline Pitzen)

Regisseur Moritz Siebert ist im Gespräch mit Master Sozial- & Kultur Anthropologie und Master Visual & Media Anthropology der Freien Universität Berlin
 
WEITER IM WOLF

I AM NOT YOUR NEGRO
Regie: Raoul Peck. Nach einem Text von James Baldwin. Erzähler: Samuel L Jackson, Samy Deluxe. USA 2016, 93 Min. Englisch mit deutschen Untertiteln.

I Am Not Your Negro ist ein filmisches Essay, das nicht nur die Vergangenheit verändern will, sondern auch zu verstehen versucht, was gerade jetzt passiert. Ein brillanter Film, der unbedingt notwendig ist – und nach dem man die Kategorien der Gesellschaft und Wahrnehmung hinterfragt. Schlichtweg ein Film, den man sehen muss. (Kino Zeit, Sonja Hartl)
In einer kühnen Erweiterung des literarischen Texts von James Baldwin spannt Raoul Peck in seinem Film den Bogen von der Ermordung von Malcolm X, Martin Luther King und Medgar Evers bis in die Jetztzeit: zur noch heute gegenwärtigen weißen Polizeigewalt gegen Schwarze, den Rassenunruhen von Ferguson und Dallas und der Black-Lives-Matter-Bewegung. In einem hochpolitischen Prozess der Aneignung schreibt I AM NOT YOUR NEGRO damit die US-Geschichte aus einer bis heute unterdrückten Perspektive neu. 

TIGER GIRL 

Regie: Jakob Lass. Mit Ella Rumpf, Maria-Victoria Dragus, Enno Trebs. Deutschland 2017. 90 Min. Deutsch mit englischen Untertiteln.
Vanilla, eifrig und konform, würde gerne Gutes tun und landet beim Sicherheitsdienst nachdem sie bei der Polizeiprüfung versagt hat. Sie prallt auf Tiger Girl: trickreich, unberechenbar, ohne Angst. Brave Bürger, gefährliche Gangster, marode Menschlichkeit. Nach LOVE STEAKS bringt Regisseur Jakob Lass ein kämpferisches Mädchen Duo auf die Leinwand, mit stilisierten Kampf-Choreographien und reisserischer Energie


BALD IM WOLF
4.-10. Mai
Film Polska

Foto: All these Sleepless Nights (Film Polska)

Foto: All these Sleepless Nights (Film Polska)

Maia Santos