Stella Chiweshe vs 11*14

Stella Chiweshe vs 11*14

Probesession: 27.6., 18 Uhr, Guttempler
Aufführung: 29.6., 20 Uhr, Einlass: 19:30 Uhr, Guttempler

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11 x 14, von James Benning USA 1977, 82 Min

Her Majesty - die Königin der Mbira Musik aus Simbabwe, so wird Stella Rambisai Chiweshe oft genannt. Sie ist die erste Künstlerin, die in einer von Männern dominierten Musiktradition Anerkennung und Ansehen errungen hat. Mit ihrer Mbira Musik gehört Stella Chiweshe zu den großen Namen der internationalen Musikszene. Sie wird für Howling Wolf ein Musikerlebnis erschaffen, das sich von James Bennings 11*14 aus entfaltet. Der Film gehört zu den bedeutenden Avantgardefilmen und stellt laut seinem Regisseur James Benning ein sphärisches Raum-Zeit-Kontinuum her.

Die Künstlerin Stella Chiweshe ist eine der wenigen Musikerinnen in Simbabwe und im südlichen Afrika, die seit über 35 Jahren im Bereich der traditionellen Mbira-Musik arbeitet und schon ihre erste Single Kasahwa erhielt 1975 Gold. Bei heimlichen Mbira-Zeremonien vor der Unabhängigkeit Simbabwes, als die Kolonialregierung traditionelle Instrumente und Lieder verboten hatte und den Künstler*Innen Gefängnis drohte, erarbeitete sie sich Anerkennung als Musikerin. Sehr schnell hat sich Stella mit ihrer Soloarbeit als eine der originellsten Künstlerinnen der zeitgenössischen afrikanischen Szene etabliert. Sie führt die Mbira-Musik in den abendländischen Kontext ein ohne den Bezug zu ihrer simbabwischen Tradition zu verlieren - sie ergänzt Mbira um populäre Musik, um so die Tiefe und die Kraft der traditionellen spirituellen Musik im In- und Ausland erfahrbar zu machen. Ihre Arbeit hat ihr nicht nur internationale Bekanntheit, sondern auch die Position der Kulturbotschafterin von Simbabwe eingebracht. Stella Chiweshe tourt seit 1983 regelmäßig durch Europa und hat mehrere international erfolgreiche Alben veröffentlicht. https://www.stellachiweshe.com/

James Benning, 1977 über seinen Film: Hinter 11*14 stand die Absicht, einige Ideen auf eine Art und Weise zu formulieren, von der man gemeinhin denkt, sie stünde im Widerspruch zu den Ideen selbst. Diese Widersprüche erzeugen ein ständiges Gefühl des Paradoxen. Ich wollte einen erzählenden Film machen, der sich vor allem mit den Elementen von Form und Struktur beschäftigt; das heißt, die Komposition, Farbe, Stofflichkeit der Bilder, der Raum im Bild und außerhalb des Bildes sollten die eigentliche Erzählung ergeben und gleichzeitig die Geschichte in den Hintergrund drängen. Die zugrundeliegende Geschichte versucht nicht, Realität abzubilden, sondern einen Kontext herzustellen, innerhalb dessen jede Person mit den formalen und metaphorischen Elementen des Films in eine Beziehung treten kann. Die Erzählung ist absichtlich offen und mit einem offenen Ende versehen, um zu betonen, dass die Realität des Films nicht allein aus dem Film selbst, sondern aus der Erfahrung jedes Einzelnen kommen sollte, der den Film sieht. 11*14versucht, ein sphärisches Raum-Zeit-Kontinuum herzustellen. Die Montagestruktur betont die linearen Eigenschaften des Films; es ist aber zu hoffen, dass die Szenen sich durch die Wiederholung bestimmter ikonischer Zeichen, Töne und Ereignisse zusammenschließen und Beziehungen über Kreuz (statt durch einfache Gegenüberstellung) entstehen.